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Debatte über Heino-Lieder: "Was jetzt passiert, ist ungerecht."

Foto: Britta Pedersen/ picture alliance / dpa

Debatte über Heino-Album "Die Lieder können doch nichts dafür"

Heino hat der NRW-Heimatministerin eine Liedersammlung geschenkt - einige der Titel standen einst allerdings auch im "Liederbuch der SS". Heino verteidigt sich nun gegen Kritik.

Ein harmloses Gastgeschenk für Nordrhein-Westfalens Heimatministerin Ina Scharrenbach sollte das wohl sein - aber damit hat Schlagersänger Heino eine handfeste Debatte über rechtes Gedankengut und Erinnerungskultur ausgelöst. Der 79-Jährige hatte der CDU-Politikerin sein Album "Die schönsten deutschen Heimat- und Vaterlandslieder" geschenkt; einige der Stücke fanden sich jedoch auch im "Liederbuch der SS".

Heino wehrt sich gegen die nun aufbrandende Kritik an seinem Geschenk. "Wenn man danach sucht, findet man immer ein Lied, das missbraucht worden ist", sagte der Musiker der "Bild"-Zeitung . "Die Lieder können doch nichts dafür, wenn sie instrumentalisiert worden sind."

Auch Heinos Ehefrau Hannelore kann die Aufregung um das ursprünglich 1981 erschienene Doppelalbum nach eigenen Angaben nicht verstehen. Sie habe die Platte extra für Scharrenbach aus dem Keller geholt: "Ich habe unten nach einer echten Rarität als Geschenk für die Ministerin gesucht", sagte sie. "Was jetzt passiert, ist ungerecht."

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Als einer von 47 "Heimatbotschaftern" hatte Heino der Ministerin das Geschenk am vergangenen Wochenende beim ersten NRW-Heimatkongress überreicht.

Für besondere Empörung sorgte jetzt das von der SS als "Treuelied" glorifizierte Stück "Wenn alle untreu werden" aus dem Jahr 1814, das allerdings auch von NS-Widerstandskämpfern gesungen wurde. Heino selbst erklärte nun, er könne sich nicht erinnern, welche Strophen des Liedes er 1981 aufgenommen habe. "Aber ich habe Historiker dran gehabt, die haben gesagt, das sei in Ordnung."

Die SPD-Landtagsfraktion wollte von der Landesregierung wissen, wie Heino überhaupt zu einer Einladung zu dem Kongress gekommen sei. Nach Darstellung des Heimatministeriums hätten alle 47 Botschafter eine Einladung erhalten - von der Top-Prominenz sei aber nur Heino gekommen. Dessen Geschenke seien "bei der Übergabe nicht unter dem Aspekt der politischen Korrektheit überprüft worden", teilte das Ministerium mit.

Heino wird schon seit Längerem eine unkritische Haltung zu rechtslastigem Liedgut vorgeworfen. Der Sänger selbst hat sich stets gegen Vorwürfe gewehrt, er sei politisch rechts. Er betonte, er singe einfach Volkslieder. Im Jahr 2013 sagte er laut "Bild" : "Ich bin nicht schwarzbraun, ihr Haselnüsse!"

mxw/dpa