Hello Ohio Springsteen weiß nicht, wo er ist

"Heute hier, morgen dort", heißt es in einem Lied von Hannes Wader, "bin kaum da, muss ich fort": So geht das Musikern auf Tour. Da kann man schon mal die Orientierung verlieren, wie jetzt Bruce Springsteen. Der liebt die Kommunikation mit dem Publikum - auch wenn er nicht weiß, wo er gerade ist.

"Ohio!" - "Michigan!": Bruce Springsteen und Steven Van Zandt im Bühnendialog
AFP

"Ohio!" - "Michigan!": Bruce Springsteen und Steven Van Zandt im Bühnendialog


Auburn Hills/USA - Rocklegende Bruce Springsteen hat vor Tausenden Fans in Michigan seinen Tourkalender durcheinandergebracht: "Hello Ohio!" rief er am Freitag, dem 13., wiederholt ins weite Rund des Auburn Hills Palace. Was für ein Pech am klassischen Pechtag - denn das war in Michigan, dem Nachbarstaat von Ohio, das den Boss nachhaltig beeindruckt zu haben scheint: Dort gastierte er mit seiner E Street Band direkt im Vorfeld.

Oder deutet das darauf hin, dass im Fließband-Modus und Arbeitsstress der Tournee auch für Otto Normalrockstar ein Abend ist wie der andere? Oder lag's an doch den Ohren?

Springsteen jedenfalls merkte absolut nichts. Schließlich, nach einer halben Stunde, flüsterte ihm Gitarrist Steve Van Zandt den richtigen Ort ins Ohr. Springsteen grinste sichtbar peinlich berührt und gestand, ein solcher Fehler sei der "Alptraum eines jeden Frontmanns". Ganz so schlimm war es dann wohl doch nicht, schließlich sind Ohio und Michigan nicht Köln und Düsseldorf.

Die Zeitung "Detroit Free Press" jedenfalls berichtete, die Menge habe Springsteen den Lapsus verziehen und der Boss habe sie mit einer dreistündigen Darbietung entschädigt - darunter die komplette Aufführung des Albums "Born To Run". Ist halt ein Arbeiter, der Mann.

pat/AP



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