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07. August 2012, 18:45 Uhr

Altkanzler Schmidt über neue Beziehung

"Eine selbstverständliche Entwicklung"

Wer den größten Romantiker der Gegenwart sucht, kommt nicht unbedingt auf Helmut Schmidt. Insofern verwundert es kaum, dass der Altkanzler auch über seine neue Partnerschaft mit Ruth Loah recht nüchtern spricht. Besonders die Frage des Zusammenlebens geht er pragmatisch an.

Hamburg - Helmut Schmidt nimmt sich für seine Beziehungen Zeit, sehr viel Zeit. Seine verstorbene Ehefrau Loki hatte der Altkanzler in der Schule kennengelernt, 69 Jahre hielt das Versprechen der beiden, sich nie zu trennen. Knapp zwei Jahre nach ihrem Tod hat der inzwischen 93-Jährige eine neue Frau an seiner Seite, Ruth Loah. Auch sie kennt er schon eine kleine Ewigkeit.

In einem Fernsehinterview verriet er nun ein wenig mehr über seine Beziehung, blieb dabei aber hanseatisch-zurückhaltend. Dass seine ehemalige Mitarbeiterin zu seiner Lebensgefährtin geworden ist, bezeichnete Schmidt nun als "eine selbstverständliche Entwicklung". "Wir waren aneinander gewöhnt seit Jahrzehnten", sagte der SPD-Politiker bei der Aufzeichnung der ARD-Talksendung "Menschen bei Maischberger". Nach eigenen Angaben kennt er Loah seit 1955.

Gewohnt pragmatisch gibt sich Schmidt in der Wohnungsfrage. Nach eigenen Worten lebt er nicht mit der 78-Jährigen zusammen. "Das würde die Dinge komplizieren", betonte der Altkanzler, der während der Sendung wieder viele Zigaretten rauchte. Auch seine Freundin sei Raucherin, allerdings nicht so stark wie er.

Wenig romantisch antwortete der Altkanzler auch auf die Frage der Fernsehmoderatorin Sandra Maischberger, ob er glücklich sei. "Glück ist ein sehr relativer Begriff", sagte Schmidt knapp. Das große Interesse der Öffentlichkeit an seiner neuen Partnerin, die er in der Sendung als "meine Freundin Frau Loah" bezeichnete, habe ihn nicht überrascht.

Vergangene Woche hatte Schmidt im "Zeit"-Magazin bestätigt, dass er mit seiner ehemaligen Mitarbeiterin Ruth Loah zusammen ist. Schmidts Ehefrau Loki war im Oktober 2010 im Alter von 91 Jahren gestorben. Der SPD-Politiker war zwischen 1974 und 1982 Bundeskanzler.

siu/dpa

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