SPIEGEL ONLINE

SPIEGEL ONLINE

18. Februar 2019, 15:11 Uhr

Prozess wegen Vorfalls am Flughafen

Fotografen erneuern Vorwürfe gegen Grönemeyer

In Köln stehen zwei Fotografen vor Gericht, die Herbert Grönemeyer einen tätlichen Angriff vorwerfen. Der Sänger hat das stets bestritten, im jetzigen Prozess soll er auch selbst aussagen.

Es ist ein Streit, der seit mittlerweile fünf Jahren die Justiz beschäftigt - und der nun in die nächste Runde geht: Zwei Pressefotografen haben Herbert Grönemeyer vor Gericht erneut beschuldigt, sie 2014 auf dem Flughafen Köln/Bonn attackiert zu haben. Die beiden Fotografen sind vor dem Landgericht Köln angeklagt, falsche Beschuldigungen gegen den Sänger erhoben zu haben.

Beide bestritten dies zu Beginn des Strafprozesses und versicherten, ihre Vorwürfe seien zutreffend. Ihr Mandant solle "in die Rolle des bösen Paparazzi gedrängt werden", sagte die Verteidigerin des einen Angeklagten. Beweise dafür gebe es keine, aber offenbar werde eher einer Berühmtheit wie Grönemeyer geglaubt als zwei Journalisten.

In dem Fall geht es um ein Zusammentreffen zwischen den beiden Promi-Fotografen und Grönemeyer, der damals von seinem Sohn und seiner Lebensgefährtin begleitet wurde. Einer der beiden Angeklagten berichtete, Grönemeyer habe ihn auf den Kopf geschlagen, am Hals gepackt und zu Boden gedrückt, sodass bei ihm Schwellungen und Rötungen zurückgeblieben seien.

Der andere Fotograf sagte aus, er sei von Grönemeyer gepackt und mit der Hand im Gesicht getroffen worden. Außerdem habe der Sänger ihm einen Finger umgeknickt. Von der Begegnung habe er eine Prellung, eine Schürfwunde sowie "Schmerzen in der Muskulatur" zurückbehalten. "Dass er so ausgerastet ist, kann ich bis heute nicht verstehen", sagte der 39-Jährige, der inzwischen als Teilzeit-Bestatter arbeitet.

Beide bestritten, dass es ihnen vor allem darum gegangen sei, Grönemeyers Lebensgefährtin abzulichten. Sie hätten in erster Linie den Sänger selbst fotografieren wollen.

Die Staatsanwaltschaft beschuldigt die beiden Fotografen, die körperliche Attacke erfunden zu haben, die Männer müssen sich daher wegen falscher Verdächtigung und uneidlicher Falschaussage verantworten. Grönemeyer wollte demzufolge zwar das Fotografieren und Filmen verhindern, verletzte die Journalisten jedoch nicht.

Die falsche Darstellung sollen sie dabei auch in einem Zivilprozess wiederholt haben, den Grönemeyer wegen der Berichte darüber gegen einen Zeitungsverlag führte und 2017 gewann. Nach Begutachtung von Videos und Fotos sahen es die Richter damals als erwiesen an, dass die Aussagen nicht der Wahrheit entsprachen und Grönemeyer in seinen Persönlichkeitsrechten verletzten (mehr über den Fall erfahren Sie hier).

Im aktuellen Strafverfahren wird der Sänger auch als Zeuge aussagen. Dies ist für Mittwoch geplant.

mxw/dpa

URL:

Verwandte Artikel:


© SPIEGEL ONLINE 2019
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung