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14. Juni 2012, 09:16 Uhr

Gar nicht witzig

US-Komiker Belzer für Hitlergruß gerügt

Unpassend, beleidigend und nicht ein bisschen spaßig: Mit scharfer Kritik haben jüdische Gruppen auf einen misslungenen Witz des US-Komikers Richard Belzer reagiert. Der hatte beim Fernsehfestival in Monte Carlo den Hitlergruß gezeigt.

Los Angeles - Richard Belzer ist 67 Jahre alt und ein alter Hase im Showbusiness. Die Wahrscheinlichkeit, dass er aus Versehen einen schlechten Witz in der Öffentlichkeit macht, ist mithin gering.

Beim Besuch des Fernsehfestivals in Monte Carlo hatte der "Law & Order"-Star Zeige- und Mittelfinger an seine Oberlippe gepresst und passend zum Bärtchen den Hitlergruß gezeigt. Das brachte ihm jetzt massiven Ärger ein.

Dem Klatsch-Portal TMZ zufolge prangerten Kritiker die Geste als beleidigend an. Belzer, Sohn eines jüdischen Kioskbesitzers aus Connecticut, beteuerte daraufhin, dass der Hitlergruß nicht "negativ" gemeint gewesen sei. Er habe damit lediglich den Charlie-Chaplin-Film "Der große Diktator" würdigen wollen, in dem Chaplin Hitler parodierte. "Ich bin ein jüdischer Komiker, und es gibt da diese neue Sache, man nennt es Satire, Ironie und historischen Bezug", witzelte Belzer.

Der Direktor der Anti-Defamation League, Abe Foxman, selbst Überlebender des Holocaust , sagte TMZ: "Ungeachtet der Erklärung für sein Verhalten war Richard Belzers Imitation von Hitler unangemessen und beleidigend. Es ist nicht im Entferntesten lustig, aber es gibt eben kein Gesetz dagegen. Ein Jude sollte es aber besser wissen und jüdisches Leid nicht eines Witzes zuliebe ignorieren."

ala/dapd

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