Hochzeit bei den Clintons Obama fehlt auf der Gästeliste

Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren, doch die Details werden strenger gehütet als ein Staatsgeheimnis: Am Wochenende wird Chelsea Clinton dem Investmentbanker Marc Mezvinsky das Jawort geben - US-Präsident Barack Obama ist nicht eingeladen.

REUTERS

New York - Eines steht fest: Chelsea Clinton wird am Samstag heiraten. Verbürgt ist auch, dass ihre Eltern, US-Außenministerin Hillary Clinton und Ex-Präsident Bill Clinton, ziemlich aufgeregt sind. Sonst aber gibt es wenig verlässliche Informationen über das anstehende Gesellschaftsereignis. Denn die Vorbereitungen der Hochzeit von Chelsea und ihrem langjährigen Freund Marc Mezvinsky finden unter strenger Geheimhaltung statt, nicht einmal der Hochzeitsort wurde offiziell bekanntgegeben.

Als heißester Tipp für den Veranstaltungsort gilt Astor Courts, das im Städtchen Rhinebeck im Bundesstaat New York liegt. Das Luxusanwesen im Beaux-Arts-Stil am Rande des kleinen Orts wäre durchaus standesgemäß. US-Millionär John Jacob Astor IV. hatte die Villa 1902 erbauen lassen.

Astor Courts ist jedenfalls hermetisch abgeriegelt. Als zwei Journalisten einfach das Schild mit der Aufschrift "Zutritt für Unbefugte verboten" ignorierten, um dort schon mal Bilder zu machen, verhaftete die Polizei sie kurzerhand. Ihnen drohen jetzt 15 Tage Gefängnis.

Als mögliche Designer für Chelseas Hochzeitskleid werden Oscar de la Renta oder Vera Wang gehandelt. Unklarheit herrscht bei den Klatschkolumnisten auch über die Frage, wie der religiöse Part der Hochzeitszeremonie aussehen wird: Chelsea ist Christin, ihr Verlobter, ein 32-jähriger Investmentbanker, ist Jude.

"Ich wurde nicht zu der Hochzeit eingeladen"

Wahre Hysterie herrscht bei der Frage, wer zu den Gästen der Feier - es sollen rund 400 sein - gehören wird. Der US-Präsident ist nicht dabei. "Ich wurde nicht zu der Hochzeit eingeladen", sagte Barack Obama in der US-Talkshow "The View", wie der Sender MSNBC auf seiner Internetseite berichtete. Obama sprach scherzhaft von einer klugen Entscheidung, ihn nicht zu der Zeremonie einzuladen. "Du willst nicht zwei Präsidenten bei einer Hochzeit haben", sagte er. Die Gäste müssten dann durch Metalldetektoren gehen, und die Personenschützer vom Secret Service würden die Geschenke aufreißen.

Talkkönigin Oprah Winfrey dagegen gilt als sichere Nummer auf der Gästeliste. Auch Sängerin Barbra Streisand und Regisseur Steven Spielberg wurden genannt. Die prominenten Gäste dürften vor Paparazzi in Flugzeugen sicher sein. Die US-Luftfahrtbehörde FAA hat am Mittwoch ein Überflugverbot für den Veranstaltungsort Rhinebeck im Bundesstaat New York erlassen. Die Anweisung gilt von Samstag bis Sonntag. Als Grund wurde eine VIP-Veranstaltung angegeben.

Nicht an den Spekulationen beteiligen will sich die Außenministerin und Brautmutter. "Meine Lippen sind versiegelt", sagte Hillary Clinton dem Fernsehsender NBC. "Ich habe strikte Anweisungen, nicht darüber zu sprechen, und ich glaube zu Recht. Das ist ihre Hochzeit, das ist eine Familienhochzeit." Sie verriet dann aber zumindest doch, dass sie ihre Tochter per E-Mail bei den Hochzeitsvorbereitungen beraten und trotz ihrer vielen Reisen die Zeit für Weinproben, Testessen und die Auswahl der Kleider gefunden habe.

Der Wirbel um die Feier steht deutlich in Kontrast zum Lebensstil der 30-jährigen Chelsea. Denn während ihre Eltern im Laufe ihrer mit viel Ehrgeiz betriebenen politischen Karrieren niemals das Rampenlicht scheuten, hält die Tochter wenig vom Leben in der Öffentlichkeit, zeigt kein Interesse an einer Laufbahn in der Politik und scheint sich auch sonst wenig aus der Tatsache zu machen, dass sie zu einer der mächtigsten politischen Familien der USA gehört. Bräutigam Mezvinsky hat in der Öffentlichkeit noch weniger Spuren hinterlassen. Bekannt wurde er vor allem als Sohn eines früheren demokratischen Kongressabgeordneten, der 2003 eine fünfjährige Haftstrafe wegen Betrugs antreten musste.

wit/AFP/dpa/ddp



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