Hollywood-Abhöraffäre Promi-Spion Pellicano muss 15 Jahre in Haft

Er belauerte Prominente, bestach die Polizei und bunkerte Geheiminformationen: Jetzt muss Hollywoods bekanntester Privatdetektiv Anthony Pellicano für seine jahrelange Spionage ins Gefängnis - und eine mehr als saftige Strafe zahlen.


Los Angeles - Zu seinen Kunden gehörten Hollywoodstars wie Tom Cruise, John Travolta oder Elizabeth Taylor. Doch in Zukunft wird Privatdetektiv Anthony Pellicano nur noch im Knast recherchieren.

Der Mann, der zahlreiche Prominente in Hollywood ausspioniert hat, ist am Montag von einem US-Gericht in Los Angeles zu 15 Jahren Haft verurteilt worden. Der 64-jährige Pellicano musste sich unter anderem wegen verbotenen Abhörens von Telefongesprächen sowie illegaler Beschaffung vertraulicher Informationen verantworten. Die Jury sprach ihn in insgesamt 72 Punkten für schuldig.

Staatsanwalt Daniel Saunders hatte argumentiert, Pellicano und seine Partner seien eine "korrupte kriminelle Organisation, die sich als legitime Privatdetektiv-Agentur getarnte hatte". Die Richter beließen es dann auch nicht bei der hohen Haftstrafe: Zusammen mit zwei weiteren im Prozess Angeklagten muss Pellicano eine Geldstrafe in Höhe von zwei Millionen Dollar zahlen.

Zu den ausspionierten Opfern des Detektivs gehörten unter anderem Silvester Stallone ("Rocky") und Gary Shandling. Pellicano hörte Stallone ab und bestach Polizeibeamte, die daraufhin in den Akten der Comedy-Stars Garry Shandling und Kevin Nealon nach dunklen Punkten in deren Vergangenheit forschten. Die nutzen Pellicanos Klienten bei Rechtsstreitigkeiten. Deren Namen gab der umtriebige Privatermittler in dem Verfahren allerdings nicht preis.

Insgesamt wurden in der Abhöraffäre 14 Leute angeklagt. Dazu zählte auch der Filmregisseur John McTiernan, der bereits im vergangenen Jahr zu vier Monaten Haft verurteilt wurde. Der Regisseur von Filmen wie "Stirb langsam" und "The Thomas Crown Affair" wurde für schuldig gesprochen, den Privatdetektiv damit beauftragt zu haben, das Telefon von Hollywood-Produzent Charles Roven anzuzapfen.

ala/AP/dpa



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