Hugh Grant über seine Strandfigur "Ich sah fürchterlich aus"

Der britische Boulevard spottete über Hugh Grants Strandfigur. Zurecht, sagt der Schauspieler nun: "Es war entsetzlich." Er erklärte auch, warum er nicht an Treue in der Ehe glaubt.

AP

Im vergangenen Jahr machte ein neues Schönheitsideal Furore: Der "Dad Bod" galt plötzlich als attraktiv. Männer mittleren Alters mit Bauch und wenig Muskeln waren angesagt. Mit viel gutem Willen kann man auch Hugh Grant eine solche Figur attestieren, sie hat ihn im Juni dennoch nicht vor großem Spott in der britischen Boulevardpresse geschützt.

"Four Bellies and a Turtle Neck" schrieb die "Daily Mail" über ein Foto, das den blassen und untrainierten Grant am Strand im Spanien zeigte. Zu deutsch: Vier Bäuche und ein Rollkragen - eine Anspielung auf Grants erfolgreichen Film "Vier Hochzeiten und ein Todesfall".

Im Radiointerview mit US-Talker Howard Stern hat sich Grant nun zu dem Fall von "Fat Shaming" geäußert - und zwar ziemlich gelassen. "Sie lagen nicht falsch", sagt er über den Bericht. "Ich sah fürchterlich aus. Es war entsetzlich". Er hänge nun jeden Morgen an TRX-Schlaufen, so Grant. (Mehr über diese Trainingsmethode lesen Sie hier.)

Grant zeigte sich in Plauderlaune. So berichtete er zum Beispiel, dass er vier Jahre lang vorgab, einen Manager zu haben, der gar nicht existierte. Er selbst habe hinter der E-Mail-Adresse eines gewissen James Howe Ealy gesteckt und Anfragen beantwortet.

Grant, der wie kein Zweiter für das Genre der romantischen Komödie steht, äußerte sich auch über das Konzept der Monogamie. Kenner seiner Lebensgeschichte wird es nicht überraschen: Grant glaubt nicht daran, dass der Mensch für 40 Jahre Treue gemacht ist. "Wer hat so etwas je behauptet? Vielleicht die Bibel oder so. Niemand hat jemals gesagt, dass das eine gute Idee ist."

Er bewundere Franzosen und Italiener, so Grant. Die würden ihre Ehen trotz Affären sehr ernst nehmen. Oder wie er es ausdrückte: Es sei dort einvernehmlich, dass "es andere Besucher um fünf Uhr nachmittags geben könne". Man mache aber kein großes Drama daraus, und das halte die Ehe zusammen.

Passenderweise spielt Grant in seinem neuen Film "Florence Foster Jenkins" einen verheirateten Mann, der eine Geliebte hat. Man sei natürlich in der Lage, mehrere Personen gleichzeitig zu lieben, sagte der Brite nun.

Hochzeiten hätten etwas unromantisches an sich, so Grant. Sie könnten zu Besitzdenken, Eifersucht, Langeweile führen. "Ich sehe den schönen Aspekt, wenn jemand genau die richtige Person heiratet, seinen besten Freund, und alles ist kuschelig und liebevoll. Aber die Menschen machen so viele Fehler", sagte Grant.

Er selbst war nie verheiratet, aber von 1987 bis 2000 mit Model Liz Hurley liiert. Die Beziehung überstand für einige Jahre sogar die Tatsache, dass Grant in Los Angeles mit einer Prostituierten erwischt worden war.

Dass es auch andere Lebensentwürfe als seinen eigenen gibt, sieht der 55-Jährige durchaus. "Mein Bruder führt eine schrecklich gute Ehe", sagte Grant. "Er ist wirklich glücklich. Das macht mich wütend."

hut



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