Veröffentliche Gerichtsunterlagen Hulk Hogan verklagt Gawker - schon wieder

In der einen Ecke: Wrestling-Legende Hulk Hogan. In der anderen Ecke: die Website Gawker. Runde eins im Rechtsstreit zwischen den Kontrahenten ging an Hogan. Jetzt hat er Runde zwei eingeläutet.

REUTERS

Hulk Hogan hat die Website Gawker erneut verklagt. Dieses Mal geht es um die Veröffentlichung geheimer Gerichtsunterlagen, die Hogan in einem wenig schmeichelhaften Licht erscheinen lassen. Darin wird Hogan zitiert, wie er rassistische Bemerkungen über den schwarzen Ex-Freund seiner Tochter macht.

Mit Klagen gegen den Website hat Hogan bislang gute Erfahrungen gemacht. Eine Jury sprach ihm insgesamt 140 Millionen Dollar zu, weil Gawker im Oktober 2012 ein Video aus dem Jahr 2007 veröffentlichte, auf dem Hogan Sex mit der Frau seines damaligen besten Freundes hatte. Hogan will nicht gewusst haben, dass er gefilmt wurde. Sein Vertrauen sei ausgenutzt worden.

Der Prozess bot tiefe Einblicke in das Geschäft mit Promi-Klatsch und löste eine Debatte über Pressefreiheit und Schutz der Privatsphäre aus. Gawker hat das Urteil angefochten, eine rechtskräftige Entscheidung steht noch aus. Anwälte der Website argumentieren, die Jury habe nicht alle Beweismittel gesehen. Insbesondere habe Bubba The Love Sponge Clem nicht ausgesagt - der Mann, mit dessen Frau Hogan in dem Video schläft.

Aus diesem Prozess stammt das Gerichtsdokument, um das es nun in Hogans neuerlicher Klage geht. Gawker bestreitet, dass die Redaktion die Unterlage an den "National Enquirer" weiterleitete. Als das Blatt Hogans rassistische Äußerungen veröffentlichte, beendete die Wrestling-Liga WWE die Zusammenarbeit mit Hogan.

Die Klage wirft zudem auch einem Manager, zwei DJs, einem Betreiber von Radiosendern und einem Anwalt vor, konspiriert zu haben, um Medien das Sexvideo zukommen zu lassen. Dadurch habe Hogan, mit bürgerlichem Namen Terry Bollea, emotionalen und wirtschaftlichen Schaden erlitten.

Bollea habe stets betont, dass er alle Verantwortlichen zur Rechenschaft ziehen werde, sagte eine Sprecherin des Wrestlers. "Die Klage tut genau das."

Bei Gawler sieht man das anders. "Langsam wird es lächerlich", schrieb das Medienunternehmen. Hogan sei ein klagefreudiger Promi, der die Justiz missbrauche, um sein Image und die Berichterstattung über ihn zu kontrollieren. "Es ist an der Zeit, dass Hulk Hogan Verantwortung für seine Worte übernimmt." Hogan allein sei dafür verantwortlich, dass WWE die Zusammenarbeit mit ihm eingestellt habe.

ulz/AP

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