Irakeinsatz Prinz Harry muss zu Hause bleiben

Das britische Verteidigungsministerium hat sich nach langem Hin und Her dagegen entschieden, Prinz Harry als Soldaten in den Irak zu schicken. Die Gefahr für Harry selbst und seine Kameraden ist den Verantwortlichen zu groß. Der 22-Jährige ist betrübt.


London - Der britische Prinz Harry wird entgegen früheren Ankündigungen nicht im Irak eingesetzt. Das britische Militär und das Verteidigungsministerium hätten sich nach Prüfung aller Risken dagegen entschieden, berichtete der Sender BBC heute. Ein hochrangiger Militärvertreter sagte, es habe konkrete Terrordrohungen gegen Prinz Harry gegeben. Die Aufständischen im Irak haben laut einem Zeitungsbericht damit gedroht, gezielt Jagd auf Harry zu machen und ihn zu entführen.

Harry zeigte sich enttäuscht von der Entscheidung. Er habe aufrichtig gewünscht, seine Kameraden bei dem Einsatz begleiten zu können. Die Gedanken des Prinzen seien bei seinen Kameraden im Irak, erklärte das Büro seines Vaters Prinz Charles, Clarence House. An seiner militärischen Laufbahn wolle er weiter festhalten. Noch im Februar hatte es geheißen, Harry dürfe mit seinen Kollegen an dem Einsatz in Basra teilnehmen und solle behandelt werden wie jeder andere Soldat auch.

Vor zwei Wochen soll Harry einem Zeitungsbericht zufolge in einem Londoner Nachtclub eine Art Abschiedsrede vor Freunden gehalten haben. Er sei "ein nervöses Wrack", könne die Entsendung kaum abwarten, sagte der demnach.

Laut Dienstgrad hätte Harry eine Truppe von zwölf Leuten bei Aufklärungseinsätzen anführen sollen. Sein Regiment "Blues and Royals" soll voraussichtlich noch im Mai zu einem sechsmonatigen Einsatz in den Irak geschickt werden. Er wäre das erste Mitglied des Königshauses im Kriegseinsatz gewesen, seit sein Onkel Andrew 1982 im Falklandkrieg kämpfte.

ffr/dpa/Reuters/AP



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