Echter Geheimdienst Keine Chance für James Bond

Zum Start des neuen James-Bond-Films "Spectre" wirbt der britische Geheimdienst um Spione. Doch der berühmteste Filmagent der Welt würde wohl keinen Job bekommen.

AFP

Der Zeitpunkt für die Kampagne ist perfekt gewählt: Pünktlich zum Start des neuen James-Bond-Streifens "Spectre" wirbt der britische Geheimdienst MI6 um Spione. Man biete eine Reihe "faszinierender Karrieremöglichkeiten", heißt es in einer Anzeige. Alles im Dienste der britischen Sicherheit.

Doch wer denkt, er könne im Stile des bekanntesten Filmagenten der Welt eine neue Karriere starten, liegt falsch. Ein Mitarbeiter der Behörde sagte dem Internetdienst "Buzzfeed": Man würde im echten Leben James Bond niemals einstellen - wegen seiner Charakterschwächen. Dem Kultagenten fehle die "emotionale Intelligenz".

"Teamwork ist entscheidend für unsere Arbeit, und Helden, die allein arbeiten, erreichen nicht viel", sagte der Mitarbeiter, der seiner Profession entsprechend anonym blieb. "Der MI6 will kontaktfreudige Spione anziehen, die sich auf die menschliche Seite der Geheimdienstarbeit verstehen."

Spione müssten es menscheln lassen, auf andere eingehen und sich mit der "komplexen Art menschlicher Beziehungen" auskennen. Alles nichts für James Bond. Der arbeitet stets allein und nimmt kaum Rücksicht auf das Gesetz. Er ist, wie Darsteller Daniel Craig einmal sagte: ein "einsamer Frauenhasser".

sms

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insgesamt 16 Beiträge
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lachina 28.10.2015
1. James Bond würde keinen Job bei einem Nachrichtendienst
bekommen, weil er sich immer und wirklich immer mit seinem Klarnamen vorstellt. Kein "Smith, John Smith" in seiner Legende. So klappt das nicht mit dem wirklichen Agentenberuf.
nightwatchman 28.10.2015
2.
Diese fiktive Filmfigur wurde doch schon längst auf dem Altar der Berücksichtigung jeglicher Befindlichkeiten und dem zwanghaften Drang zur Konfliktvermeidung geopfert. Anders formuliert - es wurde so lange an den markanten Ecken und Kanten dieser Figur herumgeschliffen bis sie so schön rund und gefällig aussieht wie all die anderen Flussteine. Übrig geblieben ist ein X-beliebiger Actionnonsens der nur dank seines enormen Budgets hervorsticht.
thegambler 28.10.2015
3. @1
Das liegt vielleicht daran das James Bons schon ein Alias ist, genauso wie M und Q in der Filmreihe
steve_burnside 28.10.2015
4. @lachina
Woher wollen Sie denn wissen, dass das sein wirklicher Name ist? Dann denken Sie wohl auch M und Q heißen wirklich so...?
diskretes Kontinuum 28.10.2015
5.
"Spione müssten es menscheln lassen, auf andere eingehen und sich mit der 'komplexen Art menschlicher Beziehungen' auskennen." – Sprich: Der Spion von heute muss gegen kompetentere Mitarbeiter intrigieren, schwächere bloßstellen und den anderen vorspielen, genauso ein Idiot wie sie zu sein, um nicht selbst zum Ziel der Zombiehorden zu werden. Dann klappt es auch mit der Karriere! Was kümmert uns heute noch das Wohl des Staates... Hauptsache der Durchschnittsdepp ist an der Macht und verhindert den Umsturz der idiotokratischen Verhältnisse.
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