James Corden über Rassismus "Wir sollten die Wut fühlen"

James Corden hat in einem leidenschaftlichen Appell daran erinnert, dass auch Weiße aufgerufen sind, gegen Rassismus und Polizeigewalt zu kämpfen.
James Corden 2019 in Los Angeles

James Corden 2019 in Los Angeles

Foto: Leon Bennett/ Getty Images

Der Widerhall der US-Proteste gegen Rassismus nach dem Tod von George Floyd ist riesig in der internationalen Show-Prominenz. Etliche Celebrities haben sich bereits solidarisch gezeigt und für Opfer von Polizeigewalt gespendet. Dass sich nun auch Starmoderator James Corden einreiht, findet er selbst unangenehm - aber nötig.

Zum Auftakt seiner The Late Late Show am Dienstagabend wandte sich der 41-Jährige direkt an seine Fans: "Wie ihr alle wisst, wurde ein Mann namens George Floyd am Montag vergangener Woche durch exzessive Polizeigewalt ermordet." In dieser traurigen und beängstigenden Zeit gelte es, den Mund aufzumachen, Stellung zu beziehen.

Wenn es sich um einen einmaligen Vorfall gehandelt hätte, "wäre es eine fürchterliche, entsetzliche Tragödie, die uns alle bis ins Mark erschüttern sollte", so Corden. Allerdings sei Floyds Tod nur der jüngste in einer ganzen Reihe von Morden an unbewaffneten Schwarzen durch Weiße.

Der TV-Moderator erinnerte an Breonna Taylor, eine 26-jährige Rettungssanitäterin, die am 13. März in ihrem eigenen Haus in Louisville im US-Bundesstaat Kentucky von Polizisten erschossen wurde. Und an den 25-jährigen Ahmaud Arbery, der am 23. Februar beim Joggen im US-Bundesstaat Georgia von zwei Weißen erschossen wurde.

Er habe lange überlegt, ob er sich zu dem Fall George Floyd äußern solle, sagte Corden. "Wer braucht schon meine Meinung? Warum ist meine Stimme relevant?" Es sei schließlich eine Zeit, zuzuhören - und nicht zu reden.

Aber dann habe er verstanden, dass Schweigen ein Teil des Problems sei: "Leute wie ich müssen den Mund aufmachen. Ich rede von weißen Leuten." Es reiche schon lange nicht mehr zu sagen, man sei kein Rassist. "Weil - da darf man sich keiner Täuschung hingeben - dies unser Problem ist, das wir lösen müssen. Wie kann die schwarze Gemeinschaft ein Problem abbauen, das sie nicht geschaffen hat?"

Man solle nicht nur versuchen, die Wut der Schwarzen zu verstehen. "Wir sollten die Wut fühlen."

Demonstrationen gehen trotz Ausgangssperren weiter

Seit Tagen kommt es in Washington, New York und anderen US-Metropolen zu Demonstrationen gegen Polizeigewalt, Rassismus und soziale Ungerechtigkeit. Auslöser ist der Tod Floyds in Minneapolis im Bundesstaat Minnesota. In vielen US-Städten sind die Demonstrationen in Ausschreitungen und Plünderungen ausgeartet. Zahlreiche Städte haben eine nächtliche Ausgangssperre verhängt.

Demonstranten vor dem Weißen Haus setzen sich über die Ausgangssperre in Washington hinweg und protestierten auch am Dienstagsabend friedlich weiter vor der US-Regierungszentrale. Sie skandierten Slogans wie "Wir gehen nicht weg".

Auch in New York trotz Ausgangssperre weiter demonstriert. Der Nachrichtensender CNN zeigte am Dienstagabend Aufnahmen von andauernden friedlichen Protesten in mehreren Stadtteilen der Ostküstenmetropole.

ala
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.