TV-Moderator Jean Pütz wünscht sich Grabstein mit QR-Code

"Dankeschön, es war ein wunderbares Leben": Diese Botschaft möchte der langjährige Moderator und Autor Jean Pütz, 82, auf seinem Grabmal verbreiten - mithilfe digitaler Technik.
Jean Pütz (Archivbild)

Jean Pütz (Archivbild)

Foto: Henning Kaiser/ dpa

Jean Pütz, Fernsehmoderator und Wissenschaftsjournalist, möchte mittels eines QR-Codes auf seinem Grabstein auch nach seinem Tod noch zu Menschen sprechen. "Wenn Sie ihn mit dem Smartphone erfassen, lädt ein Video, das ich noch aufnehmen werde, bevor ich abkratze", sagte der 82-Jährige dem Apothekenmagazin "Senioren Ratgeber".

In dem Video möchte er dem Bericht zufolge den Leuten sagen: "Dankeschön, es war ein wunderbares Leben. Mein Schicksal hat mir vieles gebracht, was ich nie für möglich gehalten hätte." Wann er das Video drehen will, sagte Pütz nicht. Eile scheint er nicht zu haben: Er fühle sich nicht wie 82, sondern wie 65, sagte er dem Blatt.

Die Idee mit dem QR-Code hatte Pütz nicht als Erster: Bereits vor einigen Jahren entwickelten die ersten Steinmetze Verfahren, um solche Codes in Grabsteine einzuarbeiten.

Grabstein mit QR Code (Archivbild)

Grabstein mit QR Code (Archivbild)

Foto: Henning Kaiser/ picture alliance / dpa

Das löste allerdings eine Debatte darüber aus, ob und wie die hinterlegten Inhalte kontrolliert werden sollen, da sie auch nachträglich noch verändert werden können. Der Deutsche Städtetag gab 2013 eine Handlungsempfehlung zum Umgang mit QR-Codes auf Friedhöfen  heraus.

Grundsätzlich könnten Friedhofsverwaltungen QR-Codes nicht verbieten, da sie als "Element der Grabgestaltung" gesehen werden könnten, heißt es darin. Allerdings müssten die Hinterbliebenen alle Inhalte offenlegen, wenn sie das Aufstellen des Grabmals beantragen. Auf dem Antrag müssten sie bestätigen, dass sie für den Inhalt verantwortlich seien und während der gesamten Nutzungszeit blieben - um der Friedhofsverwaltung die Verantwortung für inhaltliche Änderungen zu nehmen.

Wie lange die Codes noch populär bleiben, vermag niemand zu sagen. Hätte Pütz der Nachwelt in den Achtzigerjahren ein Video vermachen wollen, hätte er wohl eine VHS-Kassette als Datenträger gewählt.

lov/dpa
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