Jennifer Aniston über Boulevardreporter "Wir müssen aufhören, ihnen zuzuhören"

"Wir Frauen machen mehr als uns fortzupflanzen": Jennifer Aniston hat sich in einem Interview über Paparazzi und das Frauenbild in Klatschblättern echauffiert. Ihre Forderung: ein Boykott.

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Jennifer Aniston ist genervt, mal wieder. Erst im Sommer hatte die Schauspielerin in einem Essay ihrem Ärger über Gerüchte, Paparazzi und den Boulevard freien Lauf gelassen - und dabei klargestellt: "Ich bin nicht schwanger."

Jetzt hat sich die 47-Jährige erneut penetrante und dreiste Medienmacher vorgeknöpft: Boulevardblätter trügen eine große Verantwortung, sagte sie Medienberichten zufolge in der US-Show von Talkmasterin Ellen DeGeneres. "Sie und wir alle müssen Verantwortung dafür übernehmen, was wir in unsere Gehirne lassen."

Vor allem ärgert sich Aniston über das von Klatschseiten transportierte Frauenbild. "Wir als Frauen machen in dieser Welt als Frauen eine Menge anderer unglaublicher Dinge als uns nur fortzupflanzen", sagte sie. "Aber es ist so, dass wir einfach eingeengt werden." Sie sei daher besonders schockiert, dass Frauen viele "dieser fürchterlichen Artikel" verfassten.

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Jennifer Aniston: Promi gegen Papparazzis

"Wir müssen aufhören, ihnen zuzuhören", so Aniston, "und wir müssen aufhören sie zu kaufen." Stattdessen müssten Frauen sich gegenseitig unterstützen, lieben und stolz sein - unabhängig davon, welche Entscheidungen sie in ihrem Leben träfen.

Aniston ist schon seit Längerem genervt von aufdringlichen Fotografen und Reportern. Zuletzt hatte sie sich im August darüber beschwert, ständig nach einem möglichen Kinderwunsch gefragt zu werden. "Wir Frauen müssen nicht verheiratet sein oder Kinder haben, um vollkommen zu sein", sagte sie in einem Interview. "Nur wir allein bestimmen, wie unser ganz persönliches Happy End für uns aussehen soll."

Über ihr Image als erfolgreiche, stets perfekt gestylte Powerfrau könne sie hingegen lachen. "Ich werde immer in Schubladen gesteckt oder bekomme von außen Labels aufgeklebt, die mit mir und der Realität meist wenig zu tun haben", sagte sie. "Ich selbst habe nicht den Wunsch, immer perfekt und erfolgreich zu sein - ehrlich gesagt sind mir diese Dinge eher schnuppe."

mxw/dpa



insgesamt 6 Beiträge
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Seite 1
tgb 01.12.2016
1. Einfach aus dem Rampenlicht verschwinden
und das Problem lößt sich von allein. Showbiz und Presse brauchen sich nun mal gegenseitig. Wer das eine nicht will, muss damit leben, dass es das andere dann auch nicht gibt. Oder andersherum - wer das eine will muss das andere akzeptieren.
mwroer 01.12.2016
2.
Zitat von tgbund das Problem lößt sich von allein. Showbiz und Presse brauchen sich nun mal gegenseitig. Wer das eine nicht will, muss damit leben, dass es das andere dann auch nicht gibt. Oder andersherum - wer das eine will muss das andere akzeptieren.
Also wer nicht lächerlich gemacht oder auf eine biologische Funktion reduziert werden will sollte aufhören Schauspieler zu sein sondern gefälligst im Supermarkt Regale einräumen? Wirklich? Das ist Ihre Lösung? Wow.
micromiller 01.12.2016
3. Sie ist erfolgreich und muss ihre
optischen Reize für die Karriere nicht mehr einsetzen, dass ist schön. Aber viele junge Frauen, die noch viel erreichen möchten kommen nun einmal nicht drum herum.
jkleinmann 02.12.2016
4. Ja, süß.
Ohne die Boulevard-Presse und ihre eigene Rolle in dieser wäre sie nicht dort, wo sie jetzt ist. Bizarre Honorare für "Friends"-Episoden sind erst so möglich gewesen.
fuffel 02.12.2016
5. ist
schon eine intellektuelle Meisterleistung sich in eine Talkshow zu setzen, um dort die Oberflächlichkeit des Boulevard anzuprangern. Eben das Publikum, welches sich für die ganzen dirty-laundry Geschichten interessiert ist das Publikum, welches gerade ihren Worten eine Bedeutung beimessen würde/sollte. Wegen mir können wir gerne aufhören, hübschen Gesichtern, die auswendig gelernte Texte in belanglosen Filmchen aufsagen, zuzuhören. Frauen sind also MEHR? Ganz ne neue Idee! Männer sind übrigens auch MEHR als diese dümmlichen Abziehbilder. Das ist Unterhaltung! Und genau das was dort als verkürzte, überspitzte, eindimensionale Vexirbilder geliefert wird - ist eben der Stuss, den der Konsument dann auch hinter der Maske des Darstellers hofft zu finden. Wenn man damit anfängt, in die Köpfe der Menschen einzudringen. Mit erfundenen, gelogenen, pointierten Charakteren..wird man als was wahrgenommen? Als echter, authentischer Mensch?
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