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Jessie Buckley Mit Möbeln spielen

aus DER SPIEGEL 22/2022
Foto: Monica Schipper / Getty Images

Was kann Jessie Buckley, 32, eigentlich nicht, fragt sich zurzeit die internationale Film- und Fernsehbranche. Die Irin hat in diesem Jahr ihre erste Oscarnominierung als beste Nebendarstellerin für »Frau im Dunkeln« erhalten, ihr Debütalbum »For All Our Days That Tear the Heart« aufgenommen und den Laurence Olivier Award als beste Musicaldarstellerin erhalten. Außerdem war sie in den preisgekrönten TV-Serien »Fargo« (2020) und »Chernobyl« (2019) zu sehen sowie im Musical »Cabaret« am Londoner Playhouse Theatre als Sally Bowles neben ihrem Kollegen Eddie Redmayne. Mit ihrem neuen Film »Men« (Kinostart: 21. Juli) beweist Buckley nun, dass sie noch nicht einmal andere Schauspieler für ihre Kunst braucht. In dem Horrorfilm über eine Frau, die sich zur Verarbeitung des Todes ihres Mannes in ein englisches Herrenhaus in der Provinz zurückzieht, ist sie über weite Strecken allein zu sehen. »Für mich war auch das Haus eine Art Figur, ebenso die Möbel, die ganze Ausstattung«, erzählte Buckley dazu jetzt bei der Premiere von »Men« in Cannes. »Deshalb hatte ich nie das Gefühl, dass mir andere Menschen zum Anspielen fehlen.« In dem Film wird Buckleys Figur nach ersten Tagen der Ruhe und Einkehr von immer mehr Männern des Dorfs bedrängt, verfolgt und schließlich angegriffen. Die verschiedenen Männerrollen, von einem Schüler über einen Pub-Besitzer bis zu einem Priester, werden dabei alle von demselben Schauspieler gespielt, Rory Kinnear. Die Botschaft ist klar: Männer sind doch alle gleich – nur Jessie Buckley ist einzigartig.

hpi
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