Herzensregung Jim Carrey findet eigenen Film zu brutal

Das nennt man wohl PR durch PR-Verweigerung: Monate nach Abschluss der Dreharbeiten zu "Kick-Ass 2" hat Hollywood-Star Jim Carrey ein ganz ungutes Gefühl, wenn er an all die brutalen Szenen im Film denkt. Und will dafür auch nicht mehr werben.

Getty Images

Los Angeles - "Ich habe Kick-Ass einen Monat vor Sandy Hook gemacht, und jetzt kann ich dieses Gewaltniveau nicht guten Gewissens unterstützen", schrieb der 51-jährige Jim Carrey auf Twitter. Gemeint ist das Schulmassaker an der gleichnamigen Grundschule im US-Bundesstaat Connecticut, bei dem am 14. Dezember 2012 insgesamt 28 Menschen ums Leben kamen - 20 davon Kinder. Der Todesschütze Adam Lanza aus Newtown richtete sich nach dem Verbrechen selbst.

Im August soll "Kick-Ass 2" in die Kinos kommen. Darin spielt Carrey eine Figur namens Colonel Stars and Stripes. Die Fortsetzung der Comic-Adaption handelt von als Superhelden verkleideten Jugendlichen, die gegen eine "Armee des Bösen" inklusive eines Schuftes namens "The Motherfucker" kämpfen. Dabei wird geknüppelt und geflucht, was das Zeug hält, die Protagonisten zücken Riesenwummen und wetzen lange Messer.

Carrey ("Der Grinch") entschuldigte sich jetzt bei den Beteiligten des Films. "Ich schäme mich nicht dafür, aber die jüngsten Ereignisse haben zu einer Veränderung in meinem Herzen geführt."

Im Netz entbrannte daraufhin eine Debatte um Gewaltdarstellungen in Filmen. Während einige Verständnis für Carreys Gefühle äußerten, waren andere Twitterer erstaunt über den Sinneswandel. "Warum haben Columbine oder Virginia Tech Ihr Herz nicht so bewegt?" fragte ein User namens Cory Matthes. "Warum ist Sandy Hook etwas anderes?" Ein gewisser David Bishop schien extrem genervt von der unerwarteten Gefühlsduselei: "Dann spenden Sie doch ihre Gage für einen guten Zweck", riet er Carrey.

ala/dpa



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