Joanne K. Rowling Schadenfroh vor dem Fernseher

"Harry Potter"-Autorin Joanne K. Rowling kann den britischen Publizisten Piers Morgan offenbar nicht ausstehen. Jetzt sah sie ihn im Fernsehen - und eröffnete eine Twitter-Schlacht.

Joanne K. Rowling
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Joanne K. Rowling


Als Mann des Boulevards legte der britische Journalist Piers Morgan schon in jungen Jahren eine steile Karriere hin. Mit 29 wurde er Chefredakteur der inzwischen eingestellten Zeitung "News of the World". Später wechselte er in gleicher Funktion zum Revolverblatt "Daily Mirror". Dort verlor er seinen Job, nachdem er manipulierte Fotos veröffentlicht hatte. Sie zeigten, wie angeblich britische Soldaten Iraker folterten. Davon stimmte: nichts.

Die weltberühmte Schriftstellerin Joanne K. Rowling ("Harry Potter") hegt offenbar bereits seit Längerem einen Groll gegen den 51-Jährigen. Und so reagierte sie prompt, als sie Morgan nun bei der Talkshow "Real Time with Bill Maher" im US-Fernsehen sah. Dort erklärte Morgan, das von US-Präsident Donald Trump verhängte Einreiseverbot gegen mehrheitlich muslimische Länder sei kein Bann gegen Muslime. Da fuhr ihm Comedian Jim Jefferies über den Mund: "Halt die Fresse!"

Piers Morgan
DPA/ CNN

Piers Morgan

Rowling schrieb bei Twitter: "Live im Fernsehen zu sehen, wie Piers Morgan gesagt wird, er solle die Fresse halten, ist genauso befriedigend, wie ich mir das immer vorgestellt hatte." Rumms. Eine Schlacht mit Worten nahm ihren Lauf. Der Kommentar von Rowling sei der Grund, weshalb er nie eine Zeile "Harry Potter" gelesen habe, schrieb Morgan. Darauf Rowling: "Sie hatten also eine Vorahnung, dass die Autorin von "Harry Potter" eines Tages lachend zusehen würde, wie Sie für Ihren Blödsinn live im Fernsehen zur Rede gestellt würden?"

Morgan warf Rowling vor, ihre Arroganz sei typisch für Unterstützer der unterlegenen Trump-Rivalin Hillary Clinton. Rowling legte nach: Morgan sei ein Speichellecker von Prominenten, unmoralisch und argumentiere faktenfrei. Genau deshalb mache es ihr Freude, wenn er beschimpft werde.

Rowling verwies auf eine Kolumne, in der Morgan "Harry Potter" zitiert. Das stünde im Widerspruch zu der Aussage, er habe das Werk nie gelesen. Woraufhin Morgan schrieb, sein Sohn sei "Potter-süchtig". "Ich glaube, da habe ich meine erzieherischen Pflichten vernachlässigt."

Im Laufe des Schlagabtauschs veröffentlichte Morgan ein Profilbild, das ihn neben Trump zeigt, mit dem er befreundet ist. Und er beschwerte sich darüber, für seine Meinung beschimpft zu werden. Das sei "keine Debatte".

sms



insgesamt 38 Beiträge
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Seite 1
lindenbast 11.02.2017
1.
Punktsieg für Rowling, würde ich sagen.
mcpoel 11.02.2017
2. Nicht nur Twitter
Es wird Zeit, daß nicht nur auf Twitter Leute "alternative Fakten" geraderücken. Wer einmal die Artikel und Kommentare auf breitbart.com gelesen hat, dem sollte klar sein, daß möglichst Viele sich dort anmelden und kommentieren sollten. Faktisch, sachlich, kühl. Das provoziert, ggf. auch zum Nachdenken. Überlaßt das Internet nicht den Vetretern des Postfaktischen!
walldemort 11.02.2017
3. Kein Mitleid
Wer lügt und die Tatsachen derart dreist verdreht wie Morgan und diverse andere Trumpisten, muss mit Widerspruch rechnen. Sie machen doch sonst auch immer einen auf hart, aber wenn sie kritisiert werden, fließen die Tränchen. So sad.
Antidarwinist 11.02.2017
4.
Könnt ihr mal mit dieser bekloppten Übersetzung "Bann" aufhören. Es ist eine Sperre, kein Bann.
sozialismusfürreiche 11.02.2017
5. was will ich als Deutscher bei Breitbart.com
Zitat von mcpoelEs wird Zeit, daß nicht nur auf Twitter Leute "alternative Fakten" geraderücken. Wer einmal die Artikel und Kommentare auf breitbart.com gelesen hat, dem sollte klar sein, daß möglichst Viele sich dort anmelden und kommentieren sollten. Faktisch, sachlich, kühl. Das provoziert, ggf. auch zum Nachdenken. Überlaßt das Internet nicht den Vetretern des Postfaktischen!
Sas will ich als Deutscher bei Breitbart.com? Viel wichtiger wäre das auf den dt. Seiten. Allen voran bei PI-News. Nur hat dort schon mal jemand einen kritischen dem rechten Mainstream entgegenstellenden Kommentar gelesen? Ich nicht. Woran das wohl liegt? Garantiert am "man darf das doch noch sagen dürfen" - ganz sicher nicht. Schrecklich!
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