Phoenix und Mara über Einwanderungspolitik "Wir müssen uns fragen: Ist dies das Land, das wir wollen?"

Was Hunderte Migrantenfamilien in den USA durchmachen müssen, halten Joaquin Phoenix und Rooney Mara für skandalös: Das Paar ruft dazu auf, getrennte Einwanderfamilien wieder zu vereinen.
Joaquin Phoenix und Rooney Mara sind seit Langem in den USA politisch aktiv

Joaquin Phoenix und Rooney Mara sind seit Langem in den USA politisch aktiv

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VALERIE MACON / AFP

Das US-Schauspielerpaar Joaquin Phoenix, 46, und Rooney Mara, 35, hat den Umgang mit Migrantenkindern, die 2018 an der US-Grenze von ihren Familien getrennt wurden und noch immer von ihnen getrennt sind, scharf kritisiert.

"Als neue Eltern ist es uns unerträglich vorzustellen, wie es sich anfühlen würde, unser Kind für einen Tag von uns genommen zu bekommen, geschweige denn für Jahre", schreibt das Paar in einer Kolumne, die "People " am Tag vor den Präsidentschaftswahlen veröffentlichte. Phoenix und Mara hatten kürzlich ihren ersten gemeinsamen Sohn bekommen.

Im Frühjahr 2018 hatten US-Behörden an der Grenze zu Mexiko mehrere Tausend Kinder illegal eingewanderter Menschen aus Lateinamerika von ihren Familien getrennt. Die Praxis sorgte international für Empörung und wurde später von einem Gericht untersagt. Phoenix und Mara mahnten an, dass Hunderte der betroffenen Migrantenfamilien noch immer nicht vereint sind.

Der amerikanische Nachrichtensender NBC hatte im Oktober berichtet, die Eltern von 545 Kindern seien bisher nicht gefunden worden. Anwälten zufolge seien zwei Drittel dieser Eltern abgeschoben worden. Auch die kolumbianische Sängerin Shakira hatte sich darüber in einem Beitrag im US-Magazin "Time" empört.

Für die Kinder, die von ihren Eltern getrennt bleiben, werde der Schaden ein Leben lang bleiben, schreiben Phoenix und Mara in ihrer Kolumne. "Wir müssen uns selbst fragen: Ist dies das Land, das wir wollen?" Sie hofften beide, ihrem Sohn einmal sagen zu können, "dass Amerika diese Grausamkeit unmissverständlich abgelehnt und verlangt habe, dass ihre Abgeordneten alles in ihrer Macht Stehende tun würden, um diese verschwundenen Eltern zu finden."

Phoenix war viermal für den Oscar und sechsmal für den Golden Globe nominiert. 2006 gewann er einen Golden Globe für seine Rolle als Johnny Cash in dem Film "Walk the Line", 14 Jahre später gewann er erneut einen Golden Globe für die Rolle des Jokers, 2020 erhielt er für diese Rolle auch einen Oscar. Mara spielte unter anderem in den Filmen "The Social Network", "Verblendung" oder "Her". Das Paar ist seit Langem in den USA politisch aktiv. Ende September wurde die Geburt ihres Sohnes bekannt.

sen/dpa