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21. Juli 2009, 07:55 Uhr

Joe Jackson über Michaels Tod

"Es waren nicht nur Medikamente"

"Da ist doch etwas faul": Joe Jackson, Vater des verstorbenen Popstars Michael, vermutet, dass sein Sohn getötet wurde. Und dabei sollen nicht nur Arzneimittel eine Rolle gespielt haben.

Los Angeles - "Es waren nicht nur Medikamente, da steckte noch etwas anderes dahinter", sagte Joe Jackson in einem am Montag ausgestrahlten Interview mit CNN-Moderator Larry King. Der Arzt, der den Sänger zuletzt behandelte, sei weggelaufen und habe sich dadurch verdächtig gemacht.

Die Polizei hatte den Hausarzt Conrad M. zwei Tage nach Jacksons Tod vernommen. Die Behörden erklärten, er sei nicht verdächtig, obwohl der Kardiologe eine Schlüsselfigur bei den Ermittlungen darstellt: Er war bei Jackson, als dieser starb und soll noch versucht haben, ihn zu reanimieren. Sein Auto war konfisziert und auf Drogen oder andere Beweismittel untersucht worden.

"Der Arzt hat ihm etwas gegeben, um ihn schlafen zu lassen und dann wacht er nicht mehr auf. Da ist doch etwas faul", so der Patriarch der Jackson-Familie. Nach Jacksons Tod war in seinem Haus das starke Sedativum Propofol gefunden worden, woraufhin es Spekulationen über einen möglichen Arzneimittelmissbrauch gab.

Der Tod seines 50-jährigen Sohnes, "King of Pop" Michael Jackson, sei für ihn "sehr hart" gewesen, sagte Joe Jackson. Er klagte darüber, dass ihm der Zugang zu seinem Sohn von dessen Helfern und Beratern verwehrt wurde. Berichte, er habe sein Kind als Jungen misshandelt, wies der 79-Jährige als "Schwachsinn" zurück. Er habe Michael nie Schaden zugefügt, bekräftigte der Familienpatriarch.

Michaels Bruder Tito Jackson hatte in einem Interview vor kurzem geschildert, wie der spätere "King of Pop" in seiner Kindheit vor seinem prügelnden Vater Reißaus genommen hat. "Meistens war Michael so schnell, dass mein Vater ihn nicht schlagen konnte", sagte Tito dem britischen "Daily Mirror". "Er schwang den Gürtel und Michael war hier, er schwang ihn noch mal und Michael war dort."

Jacksons Schwester La Toya hatte kürzlich den Verdacht geäußert, dass der Popstar wegen seines Vermögens ermordet wurde. "Wir glauben, dass nicht nur eine Person in den Mord verwickelt war. Es war eine Verschwörung, um an Michaels Geld zu kommen", sagte die 53-Jährige in einem Interview der britischen Sonntagszeitung "News of the World".

Ihr Bruder sei tot mehr wert gewesen als lebend. Eine Gruppe von "schattenhaften" Figuren habe Michael dazu gezwungen, den Vertrag für 50 Konzerte in London zu unterschreiben. Er selbst wollte höchstens zehn Auftritte, sagte La Toya.

Jackson war am 25. Juni unerwartet im Alter von 50 Jahren an Herzversagen gestorben. Die Familie wartet derzeit noch auf den abschließenden Autopsiebericht, der möglicherweise Auskunft über die Todesursache geben kann. Mit den Ergebnissen wird nicht vor nächster Woche gerechnet.

Derweil berichtete das US-Branchenblatt "Variety", das Sony-Studio wolle einen Spielfilm über Michael Jackson in die Kinos bringen. Der Film soll unter anderem Videomaterial von Jacksons letzten Konzertproben kurz vor seinem Tod am 25. Juni enthalten. Dem Blatt zufolge soll Regisseur Kenny Ortega den Streifen drehen. Er hatte ursprünglich Jacksons geplante Comeback-Konzerte in London inszenieren sollen.

Allein in den USA gingen seit Jacksons Tod am 25. Juni 2,3 Millionen seiner Alben über den Ladentisch. Auch in Deutschland, Frankreich, Großbritannien und Australien hat er die Spitzenposition der Popcharts erobert.

ala/dpa/AP

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