Vorwurf häusliche Gewalt Johnny Depp bezichtigt Ex-Frau der Täuschung

Die Schlammschlacht zwischen Johnny Depp und Amber Heard geht weiter: Der Schauspieler wirft seiner Ex-Frau vor, sich blaue Flecken aufgemalt zu haben, um ihn der häuslichen Gewalt bezichtigen zu können.

JULIEN WARNAND/EPA-EFE/REX

Seit Januar 2017 sind Johnny Depp und Amber Heard geschieden - doch die rechtlichen Auseinandersetzungen dauern an. Im März hat der 55-jährige Schauspieler seine Ex-Frau auf 50 Millionen Dollar verklagt - wegen übler Nachrede. Hintergrund war ein Artikel in der "Washington Post" vom Dezember 2018, in dem Heard über eigene Gewalterfahrungen berichtet - ohne allerdings Depp beim Namen zu nennen.

"Ich habe Frau Heards Vorwürfe stets vehement zurückgewiesen, seit sie sie im Mai 2016 erstmals erhoben hat und mit aufgemalten Blutergüssen ins Gericht kam, um eine einstweilige Verfügung gegen mich zu erwirken", behauptet Depp jetzt laut Gerichtsunterlagen, aus denen die Zeitschrift "People" zitiert. Blaue Flecken, die sie, wie er hinzufügt, in der Woche vor dem Termin nicht durchgehend gehabt habe. Zeugenaussagen und Aufnahmen von Überwachungskameras würden das belegen.

"Ich habe Frau Heard nie misshandelt und auch keine andere Frau", teilte Depp mit - und behauptete seinerseits, zum Opfer geworden zu sein. Heard habe verschreibungspflichtige Amphetamine mit Alkohol gemischt und dann "unzählige Akte der häuslichen Gewalt gegen mich begangen, oft auch in Anwesenheit von Dritten". Dabei seien ihm zum Teil schwere Verletzungen zugefügt worden.

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Johnny Depp und Amber Heard: Der ewige Scheidungskrieg

Sehr detailliert beschrieb Depp die Natur der angeblichen Übergriffe: Heard habe ihn geschlagen, geboxt und getreten. Sie habe ihn wiederholt mit Gegenständen beworfen, "einschließlich schwerer Flaschen, Soda-Dosen, brennender Kerzen, Fernbedienungen und Farbverdünnerdosen".

Heards Anwalt Eric George dementierte die Vorwürfe dem "People"-Bericht zufolge. "Die Beweislage in diesem Fall ist klar: Johnny Depp hat Amber Heard wiederholt geschlagen." Er interpretiert die Anschuldigungen als Versuch Depps, seine Karriere neu zu beleben, indem er in die Schlagzeilen komme. Eine völlig haltlose Verschwörungstheorie solle dazu dienen, das Opfer zu diskreditieren.

"Da wurde sie zum Berserker"

Auslöser für die angebliche häusliche Gewalt sei unter anderem sein Vorschlag gewesen, nach der Hochzeit im Jahr 2015 noch einen Ehevertrag aufzusetzen, so Depp: "Da wurde sie zum Berserker." 2016 hatte der Schauspieler die Scheidung eingereicht - laut eigener Aussage, nachdem er Fäkalien in seinem Bett gefunden hatte, die seine Frau dort hinterlassen haben soll. Sie selbst habe das als "harmlosen Streich" bezeichnet.

Das Paar hatte im Februar 2015 geheiratet. 2017 einigten sie sich außergerichtlich über die Scheidungsmodalitäten. Heard spendete die sieben Millionen Dollar, die sie in diesem Zusammenhang erhalten hatte, an eine wohltätige Organisation. Beide verpflichteten sich, über ihre gescheiterte Ehe zu schweigen.

"Unsere Beziehung war sehr leidenschaftlich und manchmal explosiv, aber immer durch Liebe verbunden", hieß es damals in der Mitteilung der beiden. "Keiner von uns hat aus finanziellen Gründen falsche Angaben gemacht. Es gab nie eine Absicht, physischen oder emotionalen Schaden zuzufügen."

ala



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