Rückkehr nach zwei Jahren Exil Juan Carlos ist in Spanien gelandet

Er ist zurück: Altkönig Juan Carlos macht Pause vom Exil und besucht seine Heimat Spanien für ein paar Tage. Ein Treffen mit seinem Sohn steht aber weit hinten im Terminplan.
Rückkehr nach Spanien: Juan Carlos bei seiner Ankunft in Vigo

Rückkehr nach Spanien: Juan Carlos bei seiner Ankunft in Vigo

Foto: Lalo R. Villar / AP

Der spanische Altkönig Juan Carlos ist nach zwei Jahren Abwesenheit wieder zurück in seiner Heimat. Der im Exil in Abu Dhabi lebende 84-Jährige landete am Donnerstagabend in einem Privatjet am Flughafen Vigo-Peinador im Nordwesten Spaniens. Das berichten unter anderem die Zeitung »El País«  und der Fernsehsender RTVE .

Videoaufnahmen zeigen, wie Juan Carlos den Flieger verlässt. Dann soll er laut RTVE von seiner ältesten Tochter Elena in Empfang genommen worden sein.

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Das Königshaus, das auf Abstand zum Ex-Monarchen bedacht ist, hatte die Reise erst am Mittwochabend offiziell bestätigt. Am kommenden Montag – zum Abschluss des Kurzbesuchs – sei in Madrid ein Treffen zwischen Juan Carlos und seinem Sohn, dem jetzigen König Felipe VI., vorgesehen.

Das Wochenende über werde der passionierte Segler in Sanxenxo – etwa 45 Autominuten von Vigo entfernt – bleiben. Dort findet eine Regatta statt. In der Hafenstadt in Galicien wohnt Juan Carlos im Haus eines befreundeten wohlhabenden Unternehmers, Pedro Campos.

Campos hatte zuvor gesagt, Juan Carlos werde eventuell an der Regatta teilnehmen. »Ob Juan Carlos an der Regatta teilnimmt, hängt auch vom Wetter ab«, sagte Campos. Bei zu viel Wind und Wellen sei es eher unwahrscheinlich. Auf jeden Fall würde der Ex-Monarch dann auf einem Begleitschiff dabei sein.

Leben im Exil

Der emeritierte König hatte seine Heimat am 4. August 2020 zunächst mit unbekanntem Ziel verlassen. Später tauchte er in Abu Dhabi auf. Anfang März 2022 ließ er nach der Einstellung aller Strafermittlungen wegen finanzieller Unregelmäßigkeiten verlauten, er wolle vorerst zwar im Exil bleiben, die Heimat aber bald sporadisch besuchen.

Die spanische Staatsanwaltschaft hatte seit 2020 drei Ermittlungen gegen Juan Carlos eingeleitet. Dabei ging es unter anderem um dubiose Geldgeschenke in Millionenhöhe aus Saudi-Arabien und um Vorwürfe der Geldwäsche. Im Zentrum der Verdächtigungen stand eine Summe von 100 Millionen Dollar (65 Millionen Euro), die der damalige saudi-arabische König Abdullah im Jahr 2008 auf ein Schweizer Bankkonto eingezahlt hatte, auf das auch Juan Carlos Zugriff hatte.

Die Ermittler hätten keine direkte oder indirekte Verbindung zwischen der Zahlung und der Auftragsvergabe für den Bau einer Hochgeschwindigkeitsbahnstrecke zwischen Mekka und Medina in Saudi-Arabien an ein spanisches Konsortium feststellen können, hieß es später in der Erklärung der Staatsanwaltschaft.

ptz/dpa