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Julianne Moore: Die Löwenbändigerin

Foto: Andreas Rentz/ Getty Images

Julianne-Moore-Kampagne Zu nackt für Venedig

Julianne Moore ist das neue Testimonial eines italienischen Modelabels. Das darf sich nun freuen: Venedig macht Werbung frei Haus für die Kampagne. Die Stadt weigert sich nämlich, ein überdimensionales Foto der Schauspielerin zu zeigen, auf dem sie halbnackt mit zwei Löwen abgebildet ist.

Julianne Moore

Hamburg - Ein paar hochkarätige Schmuckstücke, eine nackte und zwei Löwenbabys, viel mehr gibt es nicht zu sehen auf den glamourösen Fotos, mit denen ein italienisches Modelabel seine neue Kollektion bewirbt.

Mehr als genug, meint allerdings die Stadt Venedig. Dort sollte ein überdimensionales Plakat aus der Kampagne eigentlich den Dogenpalast am Markusplatz zieren, eine der beliebtesten Touristendestinationen der Welt.

Der seit kurzem amtierende Bürgermeister Giorgio Orsoni hat dies allerdings unterbunden: "Ein Werbeplakat mit einer nackten Frau auf einem Sofa ist nicht angemessen für den Markusplatz."

Das Modelabel soll stattdessen auf ein Motiv mit einer deutlich zugeknöpfteren Moore ausweichen.

Der Vorfall wirft ein Schlaglicht auf ein klassisches Dilemma der Stadt. Die Erhaltung und Restauration der historischen Bausubstanz ist kostspielig, die Plakatwerbung großer Konzerne ist finanziell attraktiv - allerdings verschandeln die riesigen Banner in den Augen vieler Anwohner und Touristen die Gebäude.

Laut britischem "Telegraph" gab es erst kürzlich heftige Dispute in Venedig um eine Coca-Cola-Kampagne. Der Konzern hatte ein XXL-Plakat an der Seufzerbrücke angebracht, die dadurch jedoch "praktisch unsichtbar" gewesen sei, "wegen des riesigen Plakats mit seinen aufdringlichen Farben", so die Bürgerinitiative "Fondo Ambiente Italiano".

Bereits im vergangenen Jahr habe es demnach Ärger gegeben, weil Coca Cola in großem Stil Getränke-Automaten an den berühmtesten Wahrzeichen der Stadt platzieren wollte. "Man muss sich damit abfinden, dass Venedig Teil einer modernen Welt ist, aber wir dürfen diese Motive im Hollywood-Stil nicht akzeptieren", zitiert der "Telegraph" Marino Folin, Sprecher der "Venice Foundation". "Es gibt auch intelligente Sponsoren, wir müssen uns Werbung einfallen lassen, die zu Venedig passt und nicht zum Times Square."

pad