Homophobe Attacke auf Serienstar Jussie Smollett "Ich bin kein Einzelfall"

Zwei Männer haben Jussie Smollett verprügelt, mutmaßlich homophob beleidigt und ihm angeblich ein Seil um den Hals gelegt. Nun hat sich der homosexuelle Künstler zu der Attacke geäußert - mit klarer Botschaft.

Jussie Smollett (Archivbild)
DPA

Jussie Smollett (Archivbild)


Zum ersten Mal seit dem Überfall durch zwei noch nicht gefasste Täter hat sich der Schauspieler und Musiker Jussie Smollett öffentlich zu der Tat in Chicago geäußert. Er sei noch "nicht wieder ganz geheilt", sagte Smollett während eines Konzerts in Los Angeles auf der Bühne. "Aber ich werde heilen und ich werde stark neben euch allen stehen", so der 36-Jährige an das Publikum gewandt.

Smollett, vor allem durch die Serie "Empire" bekannt, war Ende Januar 2019 nachts auf offener Straße überfallen worden. Das Internetportal "TMZ" berichtete, er sei von den beiden Unbekannten zusammengeschlagen und mutmaßlich homophob und rassistisch beleidigt worden.

Die Polizei ermittelt wegen eines Verdachts auf ein Hassverbrechen. Wie die "Washington Post" und andere Medien berichten, sollen die Männer dem schwarzen und homosexuellen Smollett unter anderem ein Seil um den Hals gelegt und ihn mit einer bisher nicht definierten chemischen Substanz überschüttet haben. Laut "TMZ" brüllten sie dabei die Parole von US-Präsident Donald Trump, "Make America Great Again".

Im Rahmen seines Konzerts stellte Smollett einige Gerüchte zum Ablauf und den Folgen der Tat klar: "Ich war angeschlagen, aber keine meiner Rippen ist gebrochen. Zudem war ich auch nur ambulant bei einem Arzt, aber nicht in ein Krankenhaus eingeliefert." Sein Körper sei stark, seine Seele aber noch stärker, so der Schauspieler weiter.

Smollett mit erhobener Faust bei Konzertauftritt
AP

Smollett mit erhobener Faust bei Konzertauftritt

Zugleich nutzte er die Aufmerksamkeit, die sein Promi-Status mit sich bringt für eine Botschaft. Diese verbreitete er nicht während der Show, sondern im "Essence"-Magazin: "Diese Art von feigen Angriffen gibt es auf meine Schwestern, Brüder und nicht-geschlechtlich definierten Geschwister jeden Tag. Ich bin kein Einzelfall und sollte auch nicht so behandelt werden. (...…) In Zeiten von Trauer, Schmerz und Trauma gibt es immer noch die Verantwortung, mit Liebe voranzugehen. Anders kann ich es nicht. Und das wird auch niemand aus mir herausprügeln."

Der Angriff auf Smollett hatte in den USA für einiges Aufsehen gesorgt. Unter anderem äußerte sich der ehemalige US-Vizepräsident Joe Biden auf Twitter. Er schrieb, dass einem solchen Hass kein Raum gegeben werden dürfe: "Homophobie und Rassismus haben keinen Platz auf unseren Straßen und in unseren Herzen."

jok

Mehr zum Thema


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.