Stimmabgabe in den USA Timberlakes Wahl-Selfie sorgt für Aufregung bei den Behörden

Justin Timberlake wollte gerne früh seine Stimme bei der US-Wahl abgeben. Das hat der Sänger auch getan - sich dabei aber selbst fotografiert und das Bild veröffentlicht. Das war illegal.
Justin Timberlake

Justin Timberlake

Foto: Getty Images/ Macys

Im schlimmsten Fall hätten Justin Timberlake 30 Tage im Gefängnis gedroht. Dabei meinte es der US-Sänger vermutlich nur gut: Er flog extra von Los Angeles in seine Heimatstadt Memphis im Bundesstaat Tennessee, denn dort konnte er frühzeitig seine Stimme abgeben, um einen Nachfolger von US-Präsident Barack Obama zu wählen. Timberlake ging also in die New Bethel Missionary Baptist Church in Germantown, er wählte - und fotografierte sich dabei. Das Selfie veröffentlichte er auf seinem Instagram-Account.

"Keine Ausreden, meine Lieben. Es könnte auch in eurer Stadt möglich sein, früh zu wählen", schrieb Timberlake dazu. Gut gemeint. Aber das Problem: Im US-Bundesstaat Tennessee ist es seit Mai 2015 verboten, Fotos oder Videos aus Wahlkabinen zu veröffentlichen. Es drohen besagte 30 Tage Haft beziehungsweise eine Geldstrafte von 50 US-Dollar.

Ein Vertreter der Staatsanwaltschaft im Bezirk Shelby County teilte daraufhin mit, die Behörde sei über das Timberlake-Selfie informiert. Der Fall werde nun von den Behörden untersucht.

Wenig später folgte ein Dementi aus demselben Büro. Die Mitteilung, dass der Vorfall untersucht werde, sei ohne ihr Wissen verschickt worden, heißt es in einer Erklärung von Bezirksstaatsanwältin Amy Weirich, aus der die lokale Nachrichtenseite "Commercial Appeal"  zitiert. "Ich bin gerade bei einer Konferenz außerhalb der Stadt. Niemand in unserem Büro untersucht derzeit diesen Fall. Wir werden das mit unseren beschränkten Kapazitäten auch in Zukunft nicht tun."

"Ich wünschte wirklich, er hätte das Selfie nicht gemacht"

Auch das Büro von Tre Hargett meldete sich zu Wort, er ist der sogenannte Secretary of State in Tennessee. Man sei begeistert, dass Timberlake dafür werbe, früh zu wählen, teilte Hargetts Sprecher Adam Ghassemi mit. Man hoffe, die Botschaft des Sängers werde mehr Menschen denn je dazu bringen, ihre Stimme abzugeben - ihre Telefone sollten sie beim Wählen aber nur benutzen, wenn sie Informationen zum Prozedere bräuchten.

Die Wahlkoordinatorin in Shelby County hat laut "Commercial Appeal" noch ein ganz anderes Problem: "Ich wünschte wirklich, er hätte das Selfie nicht gemacht", sagte Linda Phillips über den Fall Timberlake. Er habe ihren kompletten Tag bestimmt, sie hätte unzählige Fragen beantworten müssen. "Ich habe von TV-Sendern gehört, von denen ich noch nie zuvor gehört hatte."

Inzwischen hat der Sänger von der Aufregung wohl Notiz genommen - das Wahl-Selfie wurde von seinem Instagram-Account gelöscht. Für wen Timberlake gewählt hat, ist übrigens nicht bekannt. Aber dass ihm die US-Präsidentschaftswahl am Herzen liegt, hat der Sänger schon in der Vergangenheit bewiesen. Erst kürzlich veranstaltete er gemeinsam mit seiner Ehefrau Jessica Biel eine Gala, um Spenden für Hillary Clinton zu sammeln.

aar
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