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17. November 2008, 12:36 Uhr

Kanye West

Rapper kämpft gegen Paparazzi

Er wurde festgenommen und beteuert seine Unschuld: Rapper Kanye West geriet in England mit einem Fotografen aneinander und saß deswegen kurz in Haft. Jetzt fordert er schärfere Gesetze gegen Paparazzi - und führt Prinzessin Diana ins Feld.

Newcastle - Der Zwischenfall war kurz - und die beiden daran beteiligten Seiten haben naturgegeben eine höchst unterschiedliche Sicht der Dinge. Als Rapper Kanye West am Freitagmorgen die Disco "Tup Tup Palace" verließ, wartete vor dem Ausgang schon Paparazzo Terry Blackburn. West fühlte sich belästigt, es kam zu einem kurzen Gerangel.

"Als ich die Kamera zückte, schlug er sie in mein Gesicht", sagte Blackburn der BBC. Anschließend habe er einen Schnitt in der Nase gehabt.

Kanye West schilderte den Vorfall auf seiner Website wesentlich harmloser - und defensiver: "Ich habe ihn nicht angegriffen, ich habe bloß meine Hand gehoben, um die Linse seiner Kamera zu bedecken", so der Musiker. "Ich vermute, dass in dem Durcheinander die Kamera seine Nase zerkratzte."

Kurz darauf wurde West in seinem Hotel verhaftet. "Die Polizisten waren sehr freundlich, sagten aber, dass sie mich festnehmen müssten, weil eine Anzeige gegen mich erstattet worden sei." Als er bald darauf wieder frei kam, warteten auf West schon zahlreiche Fotografen: "Sobald ich wieder zum Hotel zurück kam, waren überall Paparazzi, die mich fotografieren wollten, als ich aus dem Polizeiwagen stieg. Obwohl es keine Anklage gab, ist mir ein Schaden entstanden."

Kanye West fordert nun ein Gesetz, das die Arbeit der Paparazzi beschneidet: "Lasst uns nicht vergessen, dass die Paparazzi Prinzessin Diana umgebracht haben. Wann wird endlich ein Gesetz verabschiedet, das festlegt, dass man gefragt werden muss, ob man fotografiert werden will. Das gebietet doch die allgemeine Höflichkeit", so der 29-Jährige. "Es sollte verboten werden, Fotos zu machen, mit denen nur gehandelt werden soll - so wie mit Drogen."

Der Musiker habe genug davon, von Fotografen belagert zu werden: "Ich bin eine ganz normale Person, die berühmt geworden ist. Ich lehne es ab, mich durch die Hintertüren und Hotelküchen davonzuschleichen."

Für West ist es nicht der erste Zusammenstoß mit einem Paparazzo. Anfang September waren der Musiker und einer seiner Leibwächter am Flughafen von Los Angeles mit einem Fotografen aneinandergeraten. West und sein Leibwächter wurden damals festgenommen, zu einer Anklage kam es aber nicht.

bog

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