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Modemacher: Lagerfeld lästert über dicke Frauen

Foto: CHARLES PLATIAU/ REUTERS

Diskriminierung von Dicken Es läuft nicht rund für Lagerfeld

Ärger für Karl Lagerfeld: Im französischen Fernsehen erklärte er unverblümt, dass niemand dicke Frauen auf dem Laufsteg sehen wolle und Übergewichtige der Gesellschaft auf der Tasche lägen. Jetzt haben ihn empörte Aktivistinnen angezeigt - wegen Diskriminierung.

Paris - Karl Lagerfeld ist dafür bekannt, dass er rasend schnell nuschelt und kein Blatt vor den Mund nimmt, wenn er von etwas überzeugt ist. Mit dieser Grundhaltung hat er sich jetzt den Ärger einer Gruppe von französischen Aktivistinnen eingehandelt, die gegen Magerwahn und die Diskriminierung von vollschlanken Frauen kämpft.

Anfang Oktober hatte der aus Hamburg stammende Designer während der Talkshow "Le Grand 8" beim Fernsehsender D8 behauptet: "Keiner im Publikum will Frauen mit Rundungen sehen." Damit nicht genug - er klagte Übergewichtige an, der Gesellschaft zur Last zu fallen: "Das Loch in den Sozialkassen kommt auch von Krankheiten, die sich zu dicke Leute eingefangen haben", so Lagerfeld.

Betty Aubrière von der Vereinigung "Schön, rund, sexy - ich steh' zu mir" hat nun endgültig die Nase voll: "Diese Beleidigungen von Seiten öffentlicher Personen müssen aufhören", erklärte die verärgerte Vorsitzende und erstattete Anzeige bei der Staatsanwaltschaft von Saintes im westfranzösischen Departement Charente-Maritime - wegen "Diffamierung und Diskriminierung der Gemeinschaft von Frauen mit Rundungen".

Es war nicht das erste Mal, dass sich der Couturier abfällig über dicke Frauen geäußert hat. Er findet Sängerin Adele "ein bisschen zu fett" und ist überzeugt, es seien "die dicken Mütter mit ihren Chipstüten vor dem Fernseher, die sagen, dünne Models seien hässlich". Der Mann, der vor einer Radikaldiät Anfang 2000 selbst einmal rund 100 Kilo wog, behauptet, Übergewicht sei gefährlicher als Magersucht.

Die Mitglieder der Organisation halten wenig von den schädlichen Schönheitsidealen, die Lagerfeld proklamiert: "Viele junge Mädchen fühlen sich ohnehin schon unwohl in ihrer Haut. Wenn sie so etwas hören, ist das verheerend für sie", so Aubrière. "Heute ist er es, der uns beleidigt, und wer wird es morgen sein?", fragt die Aktivistin.

Schon 500 Menschen haben eine Petition gegen die Äußerungen des Modeschaffenden unterschrieben. "Wir wollen, dass in den Schulen Aufklärungsarbeit geleistet wird", so Aubrière weiter. Übergewicht sei oft durch Krankheiten verursacht oder vererbt "und nicht immer Folge einer schlechten Ernährung."

ala
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