Nach Plagiatsaffäre Ex-Minister zu Guttenberg hat wieder einen Doktortitel

Weil er bei einer früheren Doktorarbeit abschrieb, verlor Karl-Theodor zu Guttenberg 2011 sein Ministeramt. Nun hat der Ex-Politiker offenbar nachgelegt - mit einer neuen Arbeit an einer britischen Uni.
Karl-Theodor zu Guttenberg (Archivfoto): Neue Doktorarbeit in Großbritannien vorgelegt

Karl-Theodor zu Guttenberg (Archivfoto): Neue Doktorarbeit in Großbritannien vorgelegt

Foto: Angelika Warmuth / picture alliance/dpa

Der frühere Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg hat offenbar erneut promoviert. Wie zunächst die "Bild "-Zeitung berichtete, reichte Guttenberg eine entsprechende Arbeit bereits im vergangenen Jahr an der britischen Southampton Business School, einer Fakultät der Universität Southampton, ein.

Tatsächlich findet sich auf der Webseite  der Uni eine 488-Seiten lange Publikation, in der es um das Korrespondenzbankgeschäft geht, und die Guttenberg zur Erlangung des akademischen Grades "Doctor of Philosophy" abgab.

Veröffentlicht wurde das Papier demnach bereits im November 2018, die finale Version dann im Juli 2019. Beratend stand Guttenberg, der als Autor unter dem Namen Karl Buhl-Freiherr von und zu Guttenberg verzeichnet ist, den Angaben zufolge der deutsche Wirtschaftswissenschaftler Richard Werner zur Seite.

Danksagung an Freunde "auf beiden Seiten des Atlantik"

Werner bescheinigt dem Minister laut "Bild" für die Promotion, "bemerkenswerte, exzellent recherchierte Forschungsergebnisse zu einem wichtigen Thema". Im Vorwort der Doktorarbeit dankt Guttenberg seinen "Freunden auf beiden Seiten des Atlantik". Sie hätten ihm die "nötige kritische und motivierende Hilfe" gegeben. Außerdem würdigte er die Unterstützung durch seine Frau und widmete ihr und den gemeinsamen Kindern die Arbeit.

Guttenberg hatte in seiner ersten Doktorarbeit zu großen Teilen fremde Texte verwendet, ohne dies anzugeben, und musste seinen Doktortitel deswegen abgeben. Der CSU-Politiker räumte schwere Fehler ein, bestritt aber, vorsätzlich gehandelt zu haben. Zunächst behielt er seine Ämter, nach heftiger Kritik trat Guttenberg am 1. März 2011 von seinem Amt als Verteidigungsminister zurück.

Die Universität Bayreuth veröffentlichte später einen 40-seitigen Bericht, in dem Guttenberg "vorsätzliches wissenschaftliches Fehlverhalten" vorgeworfen wurde. Er habe "die Standards guter wissenschaftlicher Praxis evident grob verletzt und hierbei vorsätzlich getäuscht", hieß es damals. Ein Ermittlungsverfahren gegen Guttenberg wurde nach einer Zahlung von 20.000 Euro eingestellt.

fek