Kate Winslet über Homophobie in Hollywood »Ich kenne Schauspieler, die ihre Sexualität verstecken«

Queere Schauspielkollegen können nach Ansicht von Kate Winslet häufig immer noch nicht offen zu ihrer Sexualität stehen. Darüber ärgert sich die 45-Jährige, die in ihrem aktuellen Film eine Lesbe spielt.
Kate Winslet: »LGBTQ-Geschichte in die Wohnzimmer bringen«

Kate Winslet: »LGBTQ-Geschichte in die Wohnzimmer bringen«

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JOHN ANGELILLO / imago images / UPI Photo

Ihre sexuelle Orientierung kann laut Kate Winslet für queere Schauspielerinnen und Schauspieler häufig noch ein Karrierehindernis sein. Darüber ist die 45-Jährige, die selbst heterosexuell lebt, empört – und hat sich dem Kampf für mehr Gleichberechtigung verschrieben.

»Ich kann gar nicht sagen, wie viele junge Schauspielerinnen und Schauspieler ich kenne – manche schon bekannt, manche am Anfang ihrer Karriere –, die große Angst davor haben, dass ihre Sexualität öffentlich gemacht wird und sie dann nicht mehr für Hetero-Rollen engagiert werden«, sagte die mit Filmen wie »Titanic« oder »Der Vorleser« weltberühmt gewordene Britin der »Sunday Times«. »Das ist doch furchtbar.«

Männer sollen häufiger unter Stigma leiden

Winslet berichtete in dem Interview von einem bisexuellen Schauspieler, dem sein Agent gesagt habe, dass er besser nicht öffentlich über seine sexuelle Orientierung sprechen solle. »Ich kenne mindestens vier Schauspieler, die ihre Sexualität wirklich verstecken«, sagte sie. Nach ihrer Einschätzung litten vor allem Männer unter dem Stigma.

Sie hoffe, so die Oscarpreisträgerin, dass es bald normal werde, offen homosexuelle Schauspielerinnen und Schauspieler für homosexuelle Rollen auszuwählen. Aktuell sei es jedoch noch so, dass queere Geschichten nur mit »großen Namen« überhaupt produziert würden.

Das beste Beispiel dafür ist Winslet selbst: In ihrem aktuellen Film »Ammonite«, der im Februar beim Streamingdienst Hulu startete, spielt Winslet eine lesbische Paläontologin. Natürlich könne man darüber reden, ob sie die Rolle möglicherweise jemandem weggenommen habe, so Winslet. »Aber ich weiß, dass diese Rolle niemand anderem angeboten wurde.«

Indem sie das Angebot angenommen habe, könne sie immerhin eine »LGBTQ-Geschichte in die Wohnzimmer bringen« und so auf das Leben von lesbischen, schwulen, bisexuellen, transsexuellen, transgender, queeren, intersexuellen und asexuellen Menschen aufmerksam machen.

apr/dpa
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