Keira Knightley Treulos in Hollywood

Kinostar Keira Knightley glaubt nicht an Monogamie. In einem Interview sinniert die Schauspielerin über Verrat, Schuld und gesellschaftlichen Druck. Und sie bekennt: Eine Treuepille nähme sie niemals.

dapd

München - Am Donnerstag kommt Knightleys neuer Film "Last Night" in die deutschen Kinos. Die schmale Engländerin spielt in dem Beziehungsdrama eine sensible, von Eifersucht geplagte Frau. Mit den Problemen ihrer Rolle scheint sich Knightley in ihrem Privatleben allerdings nicht herumschlagen zu müssen: In einem Interview sagte sie der "Süddeutschen Zeitung", sie halte lebenslange Treue für die ganz große Ausnahme.

"Natürlich wäre es schön, wenn zwei Menschen sich ewig treu sein können, aber, ehrlich gesagt, ich glaube nicht, dass das sehr oft geschieht", so Knightley. Ohnehin finde sie, dass Treue in einer Beziehung überschätzt wird: "Die Gesellschaft kann einen wirklich aufregen damit."

Sie selbst fühle sich schon alleine völlig instabil, weil sie keinerlei Kontrolle über ihr Leben habe. "Ich kann mich endlos quälen mit meinen Entscheidungen und bin dann doch den Entscheidungen eines Anderen ausgeliefert", erklärte Knightley. "Am besten, man versucht erst gar nicht, etwas festzuhalten."

Die Eltern des vor allem aus dem Piraten-Streifen "Fluch der Karibik" bekannten Hollywoodstars sind seit 35 Jahren verheiratet. Knightley wuchs nach eigenen Angaben "äußerst gesittet" in einem Vorort von London auf. "Es wäre mir gar nicht in den Kopf gekommen, dass sich Menschen gegenseitig anlügen und hintergehen", so die Schauspielerin.

Wann Untreue eigentlich beginnt, konnte sie dann nicht genau beantworten und verwies auf verschiedene Auffassungen unter den Geschlechtern. "Die Frauen würden sagen, der Gedanke sei schlimmer als die Tat", so Knightley. "Männer vertreten sehr vehement die Meinung, der tatsächliche Akt sei schlimmer als der Gedanke. Wie soll man das entscheiden?"

Die Angst vor der Schuld dürfe jedenfalls nicht am Leben hindern, denn dann käme zwangsläufig die Reue, etwas versäumt zu haben. "So oder so ist das Leben riskant", sagte Knightley. "Man muss sich wohl entscheiden, ob Schuld oder Reue härter zu ertragen sind."

Gäbe es ein Medikament gegen Untreue, so hätte Knightley kein Interesse daran. "Eine Treupille? Ich würde sie niemals nehmen", sagte die Schauspielerin. "Ich bin nicht mal an festen Meinungen interessiert."

bac/dapd



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