Kelly Osbourne auf Droge "Es war wie eine magische Medizin"

Keine Frage, die Dame kennt sich aus im Rehab-Business: Bereits viermal soll Kelly Osbourne versucht haben, stationär ihre Drogensucht zu bekämpfen. Gerade geheilt, machte sie jetzt den wahren Schuldigen für ihre Misere aus: Es waren die Gene.

Getty Images

Hamburg - "Ich habe nicht den geringsten Zweifel, dass Drogenabhängigkeit eine Krankheit ist", sagte die Tochter von Schock-Rocker Ozzy Osbourne dem Sender BBC Radio 5 Live. "Es ist in deinen Genen verankert." Die einzigen Menschen in ihrer Familie, "die dieses Gen nicht haben", seien ihre Mutter Sharon und die Schwester Aimee.

Die 24-jährige Rockmusikerin war einst mit der Reality-Soap "Die Osbournes" über ihre eigene Sippe zum Medienstar aufgestiegen. Laut eigener Aussage war sie bereits im Alter von 16 Jahren abhängig von Alkohol und verschreibungspflichtigen Medikamenten. "Einige Leute empfinden auf Droge Euphorie, aber ich habe so etwas nie gefühlt", sagte Osbourne im Rückblick. "Ich war immer betäubt und bekam dadurch mehr Selbstwertgefühl. Es war wie eine magische Medizin."

Auf dem Höhepunkt ihrer Sucht habe sie weder geduscht noch Zähne geputzt und nur noch in ihrem Zimmer gesessen, sagte Osbourne, die seit ihrem letzten Aufenthalt in einer Klinik im Januar clean ist. Sie sei dennoch froh, beide Seiten der Medaille kennengelernt zu haben.

Lange Zeit habe sie noch nicht einmal zugeben wollen, dass sie süchtig war: "Drogen halten dich davon ab, alles rauszuschreien, aber tief in dir drin schreist du weiter." Der Aufenthalt in der Rehabilitationsklinik sei "ein bisschen wie im College", gewesen. Man habe in Konferenzräumen gesessen und sich über die verschiedenen Drogen und ihre Wirkung unterhalten.

Langsam setzte der Lernprozess ein, Osbourne erkannte: "Ich hatte zwei Möglichkeiten - ich konnte weiter Drogen nehmen und sterben oder aufhören." Letztlich habe sie sich die Frage stellen müssen, warum sie ihr Leben so durcheinandergebracht hatte. "Das einzige, was falsch an meinem Leben war, war ich selbst."

Für ihre Freundin Amy Winehouse, die ebenfalls mit Drogen- und Alkoholproblemen kämpft, empfindet Osbourne Mitleid. "Ich kenne Amy schon sehr lange. Sie ist ein besonderer und sehr talentierter Mensch. Aber es ist hart, in der Unterhaltungsindustrie eine Frau zu sein."

ala



© SPIEGEL ONLINE 2009
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.