Kelly Osbourne und die Drogensucht "Ich habe mich gehasst"

Vom unsicheren Teenager zur selbstbewussten TV-Moderatorin: Kelly Osbourne hat eine bemerkenswerte Wandlung hinter sich. In einem Interview sprach sie über ihre schwierige Jugendzeit - und wie sehr sie Gemeinheiten der Boulevardpresse verletzten.

DPA

München - Teenager zu sein ist schon schwer genug, wenn man keine berühmten Eltern hat. Wenn aber Ozzy und Sharon Osbourne Papa und Mama sind, kann das Erwachsenwerden zum Alptraum werden. So stand Kelly früh im Zentrum des Interesses - und war damit nach eigener Aussage unglücklich.

"Ich habe Drogen genommen, weil ich mich selbst gehasst habe", sagte sie in einem Interview am Montag in München. Grund dafür sei der Druck der Öffentlichkeit gewesen. "Mit 15 Jahren aufzuwachen und sich selbst auf der ersten Seite einer Zeitung zu sehen, die einen 'gestrandeter Wal' nennt - das ist so ziemlich das Schrecklichste, was man sich vorstellen kann." Heute sieht Osbourne die Dinge gelassener: "Ich habe jetzt gelernt, mich zu lieben."

Ganz abgeschlossen mit ihrer Vergangenheit hat sie aber trotzdem noch nicht. Vor wenigen Tagen zeigte sich, dass sie die Hänseleien von früher nicht vergessen hat - und zahlt es Sängerin Christina Aguilera, einer früheren Peinigerin, zurück: "Sie hat mich so viele verdammte Jahre fett genannt", sagte Osbourne und konterte: Erst beleidigte sie Aguilera mit einem Wort, das auch mit f beginnt und ebenfalls vier Buchstaben hat. Dann sagte die 26-Jährige: "Du bist auch fett."

Bei ihrer Lästerei über Aguilera kam Osbourne ihre Rolle als "Mode-Polizistin" beim Sender E! sehr gelegen. Ist es nicht gemein, beruflich über Kollegen zu lästern? "Man darf nicht vergessen, dass diese Menschen freiwillig in der Öffentlichkeit sind. Sie wollen beurteilt werden", sagte Osbourne nun in dem Interview. "Interessanterweise beschweren sich aber nur die C-Promis, die Möchtegern-Promis. Die Großen können über sich selbst lachen."

Osbourne musste sich in der Vergangenheit schon mehrere üble Sprüche wegen ihrer Figur anhören. So sagte "Playboy"-Gründer Hugh Hefner 2007, Osbourne komme für ein Fotoshooting nicht in Frage - "in so großem Maße retuschieren wir nicht".

Osbourne hat schon einige Drogeneskapaden hinter sich. Mehrmals machte sie einen Entzug, zum Beispiel 2005. Vier Jahre später plauderte sie über Drogen, die wie "eine magische Medizin" gewesen seien, und suchte den Grund für ihre Drogensucht in ihren Genen.

ulz/dpa



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