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Boykott gegen den Sultan von Brunei: Prominente im Stornierungswahn

Foto: Julien M. Hekimian/ Getty Images

Kim Kardashian gegen Brunei-Boykott "Es muss einen anderen Weg geben"

Zuletzt mieden mehrere Prominente demonstrativ die Luxushotels des Sultanats von Brunei - aus Protest gegen die dort eingeführten Scharia-Gesetze. Doch nun spricht sich ein Star für das Ende des Boykotts aus.

London - Seitdem Brunei das Scharia-Strafrecht eingeführt hat, formiert sich der Protest. Zuletzt riefen Prominente wie Oprah Winfrey, Jay Leno und Ellen DeGeneres zum Boykott gegen den Scheich von Brunei auf, dem Luxushotels auf der ganzen Welt gehören.

Zum Portfolio der staatlichen Investmentgesellschaft des Sultanats gehört die Dorchester-Hotelgruppe. Das berühmte Beverly Hills Hotel in Los Angeles, das Le Meurice in Paris, das Dorchester in London - sie alle gehören dem Scheich. Die Stadt Los Angeles forderte Brunei bereits auf, das Beverly Hills zu verkaufen.

Der prominente Boykottaufruf zeigte Wirkung. Nach eigener Aussage hat das Beverly Hills Hotel Einbußen beim Verdienst gehabt. Der französische Sender France Info berichtete, bei den Hotels Plaza Athénée und dem Le Meurice habe es eine "Stornierungsflut" gegeben.

Nun meldete sich ein einflussreiches Starlet zur Wort: Kim Kardashian. Einen ganzen Blogeintrag widmete sie dem Thema . Die Forderung: Der Boykott solle beendet werden, schließlich gingen die Ausfälle auf das Konto der Mitarbeiter und nicht auf das des 20-Milliarden-Dollar schweren Sultans.

Dabei geht es der 33-Jährigen vor allem um das Beverly Hills Hotel. Hier habe sie schöne Kindheitserinnerungen und kenne die Mitarbeiter persönlich. Diese hätten nicht verdient, dass ihr Gehalt nun schrumpfe. Sie habe dort außerdem während der Schwangerschaft viel Zeit verbracht, deswegen sei ihr wichtig, dass die liebgewonnen Mitarbeiter und ihre Familien weiter versorgt seien. Allerdings: Die Hotelgruppe hatte bekannt gegeben , das Trinkgeld seiner Mitarbeiter aufstocken zu wollen und vorerst niemanden zu entlassen.

Kardashian selbst hatte noch vor ein paar Monaten aus Gründen des Boykotts ihre Brautparty verlegt. Das Recht der schwulen und lesbischen Gemeinschaft - die im Mai den Anstoß für den Boykott gab - läge ihr nach wie vor am Herzen. Sie wolle jedoch an anderer Stelle dafür einstehen. "Es muss einen anderen Weg geben", schreibt sie.

Mit ihrem Gesuch ist Kardashian nicht allein. Die Hollywood-Branchengrößen Jeffrey Katzenberg and Casey Wasserman hatten ebenfalls angekündigt, vermitteln zu wollen. Schauspieler Russell Crowe hatte mit Blick auf die Mitarbeiter von Anfang an gegen den Boykott votiert. Aufsehen erregte auch die Herzogin von Cambridge, die zuletzt im Londoner Dorchester zu Gast war- anlässlich einer Familienfeier, wie der Buckingham-Palast betonte.

gam
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