Kim trifft Trump II Der Präsident ist ein Fan

Kim Kardashian war erneut zu Besuch im Weißen Haus. Sie versprach Hilfe für Ex-Häftlinge - und bekam Lob von US-Präsident Donald Trump.

Evan Vucci/AP/DPA

Die Widersprüchlichkeit der Kim Kardashian lässt sich gut an ihrem Twitterkonto ablesen. Sie wirbt dort für ein Mittel, für das die Bezeichnung "Creme" wohl eine Beleidigung wäre. "Skin Perfection Body Shimmer in Gold" heißt die magische Essenz, die jeder und jede bald kaufen kann. Ein Video zeigt dünne Frauenbeine, die nach dem Treatment golden schimmern.

Nur eine Stunde später veröffentlichte Kardashian die nächste Botschaft. Wieder ein Video. Es zeigt sie in einem Wagen. Sie sei auf dem Weg zu einer Konferenz im Weißen Haus, sagte. "Ich bin sehr aufgeregt, denn ich werde aufregende Dinge verkünden."

Bereits zum zweiten Mal trifft Kardashian US-Präsident Donald Trump im Weißen Haus. Und wieder geht es um Themen, die Kardashian vor gut einem Jahr für sich entdeckte: Gefängnisreformen in den USA, Hilfe für ehemalige Häftlinge.

Bei einem Event im "East Room" des Weißen Hauses sprach Kardashian über ihr neuestes Vorhaben. Ehemalige Häftlinge sollen Gutscheine bekommen, mit denen sie bei einem Fahrdienst Autos mieten können. So sollen sie zu ihrer Arbeit oder Bewerbungsgesprächen fahren können. Kardashian zufolge sind fehlende Transportmöglichkeiten ein großes Hindernis für die Wiedereingliederung.

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Trump über Kim: "Ziemlich beliebt"

Trump sagte, er sei ein Fan von Kardashians Engagement. Er nannte sie und ihren Ehemann Kanye West "Freunde".

Bereits im Mai 2018 sprach Kardashian bei Trump vor. Sie setze sich erfolgreich für Alice Marie Johnson ein. Die damals 63-Jährige verbüßte seit 1996 eine lebenslange Freiheitsstrafe wegen Drogendelikten. Sie war unter anderem für schuldig befunden worden, als Telefonvermittlerin in Drogengeschäften tätig gewesen zu sein. Wenige Tage nach dem Treffen von Kardashian und Trump durfte die Frau das Gefängnis verlassen.

Nach dem Erfolg wollte Kardashian offenbar mehr. Die 38-Jährige verkündete, Anwältin zu werden. Sie arbeitete mit der in San Francisco ansässigen Menschenrechtsanwältin Jessica Jackson zusammen. In einem Video nannte sie diese ihre "Lehrerin". Jackson begleitete sie ins Weiße Haus.

Keine Zeit für Veranstaltungen

Der Reality-TV-Star meint es offenbar ernst: Die Ausbildung ist auf vier Jahre angelegt. Derzeit absolviert Kardashian ein Praktikum. 2022 will sie die Anwaltsprüfung ablegen. Sie arbeite 18 Stunden pro Woche für ihr Praktikum, sagte sie in einem Interview. Es sei eine ernsthafte Verpflichtung, der sie sich voll widme. "Ich werde keine Zeit für Veranstaltungen, Gefallen, Freunde, für gar nichts haben - und das vier Jahre lang."

Kardashian besuchte Gefängnisse und schrieb Petitionen. Laut "Washington Post" ist es dem Reality-Star und seinem Team gelungen, 17 Gefangene vorzeitig aus der Haft zu entlassen.

Das klappte auch dank des "First Step Act". Das Gesetz ist eines der wenigen Vorhaben Trumps, das überparteilich Zustimmung fand. Die Strafen von gut 1000 Gefangenen seien reduziert worden, berichtet die "New York Times" - vor allem bei Drogendelikten.

jpz/dpa/AP



insgesamt 5 Beiträge
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wince 14.06.2019
1. Ernsthaft?
"Sie arbeite 18 Stunden pro Woche für ihr Praktikum, sagte sie in einem Interview. Es sei eine ernsthafte Verpflichtung, der sie sich voll widme. "Ich werde keine Zeit für Veranstaltungen, Gefallen, Freunde, für gar nichts haben" Ist das bewusste Provokation oder meint sie das ernst?
forcieren.hemmen 14.06.2019
2. Bj & dt ...
... für alle! ... nicht nur für Häftlinge :( Da wird der Yellowpress-Bereich von spiegelonline auch gleich mit viel mehr Genuss gelesen.
ptb29 14.06.2019
3. Da haben sich ja zwei gefunden
Trump braucht jemand, der halbwegs bekannt ist und ein Fan von ihm. Kardashian würde kein Mensch kennen, wenn sie nicht ständig in Medien auftaucht. 18 Stunden pro Woche arbeiten? Das ist hart, da hoffe ich, dass die Fahrzeiten mit eingerechnet werden.
Oettinger1977 14.06.2019
4. Eindeutig
Sie arbeite 18 Stunden pro Woche für ihr Praktikum, sagte sie in einem Interview. Es sei eine ernsthafte Verpflichtung, der sie sich voll widme. "Ich werde keine Zeit für Veranstaltungen, Gefallen, Freunde, für gar nichts haben - und das vier Jahre lang." Diese Frau ist eindeutig eine Heilige, so wie sich selbst aufopfert.
barklug 14.06.2019
5. 18 Stunden pro Woche!
Respekt! So ein anstrengendes Leben möchte ich nicht haben!
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