Kinder des toten Stars Michael Jacksons Mutter beantragt Sorgerecht

Wo werden Michael Jacksons Kinder in Zukunft leben? Die Mutter des verstorbenen Popstars hat bei einem Gericht in Los Angeles das Sorgerecht für alle drei Nachkommen beantragt. Vorläufig sind die Kinder schon mal in die Obhut ihrer Oma gekommen.


Los Angeles - Die 79-jährige Katherine Jackson erhielt am Montag vorübergehend die Vormundschaft für die drei Sprösslinge des verstorbenen Popstars. Sie will aber auch das endgültige Sorgerecht. Die Kinder hätten "keine Beziehung zu ihrer biologischen Mutter" hieß es in dem Antrag der 79-Jährigen Katherine Jackson.

Sorgt für die Kinder: Katherine Jackson, hier mit Sohn Michael im Mai 2005
AP

Sorgt für die Kinder: Katherine Jackson, hier mit Sohn Michael im Mai 2005

Wie aus Gerichtsdokumenten hervorgeht, bemüht sich die Mutter des verstorbenen "King of Pop" auch um die Übertragung des Vermögens der Kinder in unbekannter Höhe. Für den 3. August wurde eine Anhörung angesetzt, bei der über das weitere Schicksal der Kinder beraten wird.

Familienanwalt Londell McMillan sagte, die Katherine Jackson solle den zwölfjährigen Michael Joseph Jr., die elfjährige Paris Michael Katherine und den siebenjährigen Prince Michael II in ihre Obhut nehmen. Er denke nicht, dass es jemanden gebe, der besser für diese Aufgabe geeignet sei.

Von der leiblichen Mutter der ersten beiden Kinder, Jacksons Ex-Frau Deborah Rowe, habe die Familie bisher nichts gehört, fügte McMillan hinzu. Über die Absichten von Rowe kursierten unterschiedliche Gerüchte, es gab aber zunächst keine offizielle Stellungnahme. Michael Jacksons jüngster Sohn wurde von einer Leihmutter geboren, deren Identität nicht bekannt ist.

Die Rechtsmedizin in Los Angeles wies einen Bericht der "Sun" zurück, wonach der Star bei seinem Tod in einem schrecklichen körperlichen Zustand war. Die Informationen stammten aus keiner der beiden Autopsien, sagte ein Sprecher der Rechtsmedizin in Los Angeles. Er wisse nicht, woher das Blatt seine Informationen habe. Sie seien aber nicht korrekt.

Neben der offiziellen Obduktion ließ die Familie eine weitere von einem privaten Institut ausführen. Die toxikologischen Tests dauern aber mehrere Wochen.

Der Anwalt von Jacksons Arzt wies unterdessen Vorwürfe zurück, der Mediziner habe dem 50-Jährigen zu viele Schmerzmittel gegeben. Conrad Murray habe Jackson nie die Mittel Demerol oder OxyContin verschrieben, sagte Anwalt Edward Chernoff. "Nie. Und auch nicht an diesem Tag", sagte Chernoff der Nachrichtenagentur AP.

Die R&B- und Hip-Hop-Welt feierte am Sonntagabend auf den BET-Awards das musikalische Erbe des "King of Pop". Jacksons Schwester Janet erklärte auf der ansonsten fast fröhlichen Feier der Musik ihres Bruders: "Für euch ist Michael eine Ikone. Für uns gehört Michael zur Familie und wird immer in unseren Herzen weiterleben." Es war ihr erster öffentlicher Auftritt seit Jacksons Tod.

Vater Joseph sagte auf dem roten Teppich hinter der Bühne: "Ich wünschte, er könnte hier selbst feiern. Traurigerweise ist er nicht hier, deshalb feiere ich für ihn."

siu/AP

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