Kino-Star erleidet Zusammenbruch Ben Becker in Klinik

Ben Becker geht es - nach einem dramatischen Zusammenbruch - wieder besser. Der Schauspieler war heute Morgen nach einem Rettungseinsatz in seiner Berliner Wohnung in eine Klinik eingeliefert worden. Eine Zeitung berichtete, der 42-Jährige musste reanimiert werden.


Berlin - Mittlerweile gehe es dem 42-Jährigen aber wieder gut und er stehe kurz vor seiner Entlassung, sagte seine Sprecherin Brigitte Maydt. Der Zusammenbruch sei auf zu viel Arbeit und eventuell auch Alkohol zurückzuführen. Sein nächster großer Auftritt am 12. Oktober sei aber nicht gefährdet.

Becker war am Morgen laut "Berliner Morgenpost" in seiner Wohnung leblos aufgefunden worden und musste wiederbelebt werden. Neben dem Schauspieler soll ein Spritzbesteck gelegen haben. Ein Polizeisprecher bestätigte lediglich einen Einsatz in der Wohnung eines 42-Jährigen, der ins Krankenhaus eingeliefert worden sei. Beckers Sprecherin wies Gerüchte zurück, der Zusammenbruch könne mit dem Missbrauch von Drogen zusammenhängen. Ein Ermittlungsverfahren wurde dem Vernehmen nach eingeleitet.

Der Sprecherin zufolge könne es sein, dass der Kollaps durch das ein oder andere Bier mitverursacht worden sei. Mittlerweile gehe es Becker wieder gut und er sei ansprechbar. Wann genau Becker entlassen werde, wollte die Sprecherin nicht sagen. Medienberichten zufolge hatte der Schauspieler in mehreren Interviews eingestanden, Drogen ausprobiert zu haben.

Becker ist einer der bekanntesten jüngeren deutschen Film- und Theaterschauspieler. Er spielte unter anderem in den "Comedian Harmonists" und "Schlafes Bruder" mit. Er machte sich auch als Sänger und Rezitator einen Namen. Markenzeichen sind unter anderem sein rauer Charme und die tiefe Stimme. Er betreibt in Berlin auch eine Bar mit dem Namen "Trompete".

Derzeit arbeitet er an einem Bibelprojekt, das am 12. Oktober im Berliner Tempodrom Premiere feiern soll und längst ausverkauft ist. Becker werde das Alte und Neue Testament vorlesen, begleitet von den Babelsberger Symphonikern und seiner Band, sagte seine Sprecherin. Daran sitze Becker Tag und Nacht. Er sei vor wenigen Tagen aus einem Kurzurlaub von Mallorca zurückgekehrt und habe sich "Hals über Kopf wieder in die Arbeit gestürzt".

Becker stammt aus einer Künstlerfamilie: Seine Mutter Monika Hansen und sein Ziehvater Otto Sander sind wie seine Schwester Meret Becker Schauspieler. Mit seiner Lebensgefährtin hat er seit 2000 eine Tochter.

Ein Waisenknabe war Becker nie. Als 15-Jähriger habe er einer alten Dame die Handtasche geraubt, sagte er in einem Interview. 1999 wurde gegen ihn wegen Sachbeschädigung und Bedrohung Anzeige erstattet. Vor einem Jahr wurde er nach einer Schlägerei festgenommen. Über Alkohol und Drogen sagte er: "Kiffen oder Biertrinken mögen wunderbare kleine Leckereien für nebenbei sein, mit denen man sich ein bisschen das Leben versüßen kann, aber das, was wirklich kickt, ist das, was man macht. Was man nicht macht, passiert nicht. Da hilft kein Kiffen, kein Trinken, nichts."

Kürzlich entgegnete Becker in einem "Bunte"-Interview auf die Frage, wie er sich das Leben nach dem Tod vorstelle: "Ich glaube, dass man in einen anderen Zustand übergeht. Mir würde es reichen, wenn ich ein Gänseblümchen werde." Auf die Frage, ob er Angst vorm Sterben habe, antwortete er, er habe nur Verlustängste. "Die größte Angst, die ich habe: Dass ich in 20 Jahren meine Tochter nicht mehr sehe."

jdl/AP



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