Knick in der Militärkarriere Prinz Harry will kämpfen - oder Armee verlassen

Beendet Prinz Harry seine Offizierskarriere vorzeitig? Freunde sagen, er fühle sich gedemütigt, weil er nicht am Irak-Einsatz teilnehmen durfte. Sollte er auch nicht in Afghanistan stationiert werden, wolle er die Armee verlassen und sich lieber als Entwicklungshelfer betätigen.


London - Weil ihm ein Militäreinsatz im Irak versagt blieb, will der britische Prinz Harry angeblich seine Offizierslaufbahn vorzeitig beenden und die Armee verlassen. Freunden habe der 22-jährige Leutnant gesagt, er könne "eine weitere Demütigung einfach nicht verkraften", berichtet die Zeitung "Daily Mail".

Prinz Harry im Tarnanzug: Kaum Chancen für einen Auslandseinsatz
DPA

Prinz Harry im Tarnanzug: Kaum Chancen für einen Auslandseinsatz

Der Prinz sei angesichts der Aussicht deprimiert, dass ihm nach dem Irak-Verbot auch kein alternativer Kampfeinsatz in Afghanistan gestattet wird. Prinz Harry sehe zwar ein, dass die Lage im Irak für ein Mitglied des Königshauses zu gefährlich ist, berichtete ein Freund des Queen-Enkels. "Doch tief in seinem Herzen ist ihm bewusst, dass das Einsatz-Verbot die Totenglocke für seine Militärkarriere war."

Harry wolle sich künftig lieber auf die humanitäre Arbeit konzentrieren und die Hilfsorganisation "Sentebale" für Aids-Waisen in dem südafrikanischen Königreich Lesotho fördern, die er zum Gedenken an seine Mutter gegründet hatte.

Ein Sprecher des Prinzen bestand demgegenüber darauf, dass Harry sich der Offizierslaufbahn "vollkommen verpflichtet sieht". Allerdings machte er keine Angaben dazu, wie lange der Sohn von Prinz Charles und der 1997 tödlich verunglückten Prinzessin Diana tatsächlich beim Militär bleiben wolle.

Der adlige Leutnant nimmt derzeit mit einer Einheit des Eliteregiments "Blues and Royals" an Militärübungen in Kanada teil. Sie dienen der Vorbereitung für einen eventuellen Einsatz in Afghanistan gegen die Taliban. Jedoch gilt ein Einsatz des weltbekannten Prinzen angesichts der gefährlichen Lage in dem Land, wo bislang 59 britische Soldaten umkamen, in Militärkreisen als unwahrscheinlich.

kaz/dpa



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