Vorschlag im britischen Parlament So will König Charles Andrew und Harry als Vertreter kaltstellen

Die Prinzen Harry und Andrew nehmen keine offiziellen Aufgaben für die Königsfamilie wahr. Doch es könnte eine Situation entstehen, in der ihnen eine royale Rolle zufällt. Eine Gesetzesänderung soll das verhindern.
König Charles III.: »Gewährleisten, dass öffentliche Angelegenheiten wahrgenommen werden, wenn ich nicht verfügbar bin«

König Charles III.: »Gewährleisten, dass öffentliche Angelegenheiten wahrgenommen werden, wenn ich nicht verfügbar bin«

Foto: Toby Melville / AP

Der britische König Charles III. hat den ersten Schritt unternommen, um seinen Bruder Andrew und seinen Sohn Prinz Harry als potenzielle Vertreter des Staatsoberhaupts umgehen zu können. Beide nehmen keine offiziellen Aufgaben mehr für die Königsfamilie wahr. Trotzdem sind sie wegen ihres Rangs in der Thronfolge nach geltenden Regeln weiterhin zwei der fünf Stellvertreter (Counsellors of State) für den britischen Monarchen.

Wie der höchste Beamte des königlichen Haushalts, Lord Andrew Parker of Minsmere, im britischen Oberhaus mitteilte, schlägt Charles, 74, vor, seine Schwester Prinzessin Anne, 72, und seinen jüngsten Bruder Prinz Edward, 58, zu Counsellors of State zu machen. Das solle »gewährleisten, dass öffentliche Angelegenheiten wahrgenommen werden, wenn ich nicht verfügbar bin«, heißt es in dem Schreiben des Königs, das Lord Parker verlas.

Britische Medien hatten bereits Ende Oktober über die Pläne von Charles III. berichtet. Die Vertretung des Königs bei Auslandsreisen oder im Fall einer schweren Erkrankung ist in Großbritannien gesetzlich geregelt und kann nur durch Zustimmung des Parlaments geändert werden. Bislang ist vorgesehen, dass der Monarch durch seine Partnerin, Königsgemahlin Camilla, 75, sowie die vier höchstrangigen Royals in der Thronfolge, die gleichzeitig älter sind als 21 Jahre, vertreten werden kann.

Das sind derzeit Thronfolger Prinz William, 40, Prinz Harry, 38, sowie Prinz Andrew, 62, und dessen Tochter Prinzessin Beatrice, 34. Ist der Monarch krank oder abwesend, kann er zweien dieser Vertreter einige seiner Aufgaben übertragen.

Befürchtet wird, dass eine Situation entstehen könnte, in der etwa Andrew eine offizielle Rolle zufallen würde. Der zweitälteste Sohn der im September gestorbenen Queen Elizabeth II. gilt wegen seiner Verwicklung in den Missbrauchsskandal um den gestorbenen US-Multimillionär Jeffrey Epstein jedoch nicht mehr als salonfähig.

Eine längere Vertreterliste würde es dem Palast ermöglichen, Harry und Andrew zu umgehen, ohne sie direkt auszuschließen. Berichten zufolge soll eine entsprechende Gesetzesänderung noch in diesem Jahr verabschiedet werden.

wit/dpa
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