Als Vertreter des Monarchen König Charles III. will Harry und Andrew mit Trick ausbremsen

Die Prinzen Harry und Andrew treten nicht mehr im Namen des Königshauses auf. Dennoch könnten sie unter Umständen königliche Aufgaben übernehmen. Das will Charles nun verhindern – und mit einem Kniff doch den Frieden wahren.
König Charles III.

König Charles III.

Foto: i Images / IMAGO

Der britische König Charles III. will Medienberichten zufolge die Zahl seiner offiziellen Vertreter erhöhen, um im Falle seiner Abwesenheit nicht mehr auf seinen Bruder Andrew oder seinen jüngeren Sohn Harry angewiesen zu sein.

Beide sind, aus unterschiedlichen Gründen, keine »working royals« mehr, treten also nicht im Namen der Royal Family öffentlich auf. Dennoch gehören beide weiterhin als »Counsellors of State« dem Staatsrat an, dem Gremium aus Familienmitgliedern, das die Vertreter des Königs stellt, sollte das Staatsoberhaupt verhindert sein.

Dass ausgerechnet Andrew, der wegen seiner Verwicklung in einen Skandal um sexuellen Missbrauch in Ungnade gefallen ist, oder Harry, der bei seinem Umzug in die USA freiwillig seine royalen Pflichten aufgegeben hat, bei offiziellen Anlässen für Charles einspringen könnten, stößt im Land auf Kritik. Daher plant der 73-jährige Monarch eine Reform des entsprechenden Gesetzes, um seinen Bruder Edward und seine Schwester Anne auf die Vertreter-Liste aufzunehmen. Das berichten die BBC und die Zeitung »The Daily Telegraph«.

Derzeit sieht das 1937 eingeführte Gesetz Regency Act fünf Staatsräte vor. Dabei handelt es sich um den Ehepartner des Monarchen sowie die nächsten vier Erwachsenen über 21 Jahre in der Thronfolge. Seit dem Tod von Queen Elizabeth II. sind dies Königsgemahlin Camilla, Thronfolger Prinz William als ältester Sohn von Charles, Harry, Andrew sowie dessen älteste Tochter Prinzessin Beatrice. Ist der Monarch krank oder abwesend, kann er zweien dieser Staatsräte einige seiner Aufgaben übertragen.

Um des lieben Friedens willen

Eine längere Vertreterliste würde es dem Palast ermöglichen, Harry und Andrew zu umgehen, ohne sie direkt auszuschließen. Denn: Die beiden aus dem Staatsrat zu entfernen, gilt ebenfalls als ausgeschlossen. So galt Andrew trotz aller Skandale als Lieblingssohn von Charles’ Mutter Queen Elizabeth II. Bei Harry ist es noch etwas komplizierter.

Die Beziehungen zwischen Charles und seinem jüngeren Sohn gelten als belastet. So hatte der 38-Jährige vor allem seinen Vater wiederholt scharf attackiert, als er und Ehefrau Herzogin Meghan dem Palast fehlende Empathie vorwarfen.

Am 10. Januar soll zudem Harrys Biografie erscheinen. Medien zufolge hat der Queen-Enkel das Buch, mit dem bereits im Herbst gerechnet worden war, nach dem Tod seiner Großmutter am 8. September hastig überarbeitet und stellenweise abgeschwächt. Er habe mehrfach »kalte Füße« bekommen, berichtete etwa die »New York Times«.

Dennoch dürfte »Spare« für Aufsehen sorgen. Darauf lässt schon der Titel schließen, der wohl vor allem auf die alte Redewendung »an heir and a spare« anspielt, was so viel heißt wie »der Erbe und der Ersatz« – und sich in diesem Fall auf Prinz William und Prinz Harry beziehen würde.

sak/dpa/AFP
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