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04. Oktober 2018, 16:54 Uhr

Kollegah über Auschwitz- und Holocaust-Zeilen

"Ich werde so etwas nie wieder benutzen"

Der Besuch in Auschwitz war für Kollegah nach eigenen Angaben eine "aufwühlende, klärende Erfahrung". Dem Rapper war Antisemitismus vorgeworfen worden.

Erst brachten sie die Abschaffung des Echo ins Rollen, dann wurde ihr Album auf den Index gesetzt: Kollegah und Farid Bang haben mit "Jung, brutal, gutaussehend 3" viel Aufsehen erregt. Nun gab sich Kollegah gegenüber dem Magazin "Stern" geläutert.

"Ich werde so etwas nie wieder benutzen", sagte Kollegah auf die Frage: "Würden Sie sagen, dass die Begriffe 'Auschwitz' und 'Holocaust' in Rap-Songs nichts zu suchen haben?" Im April hatten Kollegah und Farid Bang den Echo in der Kategorie Hip-Hop/Urban National gewonnen - obwohl es bereits zuvor eine Debatte über ihre als antisemitisch kritisierten Texte gegeben hatte.

Besonders die Passagen "Mein Körper definierter als von Auschwitzinsassen" und "Mache mal wieder 'nen Holocaust" hatten zu Kritik geführt. "Wir haben eingesehen, dass das echt verletzend sein kann", sagte Kollegah nun. "Ich habe, auch nach dem Besuch von Auschwitz, großen Respekt davor", erklärte der Musiker, der mit bürgerlichem Namen Felix Blume heißt.

Der Besuch der KZ-Gedenkstätte habe ihn sehr verändert, sei eine "aufwühlende, klärende Erfahrung" gewesen. "Wenn du mit eigenen Augen siehst, wie dort fabrikmäßig Menschen vergast wurden, vergisst du das nie." Man werde "vorsichtiger und respektvoller".

Er stehe "für Toleranz und gegen alle Vorurteile rassistischer oder religiöser Art", sagte der 34-Jährige. "Die Zeit der Provokation ist vielleicht erst mal vorbei." Er mache sich sehr viele Gedanken darüber, ob in seinen Songs etwas rassistisch verstanden werden könne. "Die paar Wortspielereien in Songs sind es nicht wert, wenn damit Menschen oder Gefühle beleidigt werden."

bbr/dpa

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