Komikerin Carolin Kebekus »Ich kann Witze über Putin machen, und niemand bestraft mich dafür«

Taugt der gefährliche Aggressor Putin zur Witzfigur? Der Komikerin Carolin Kebekus zufolge schon. Man müsse ihn sich einfach in einer ganz normalen Situation vorstellen.
Carolin Kebekus: »Okay, die anderen finden den auch scheiße«

Carolin Kebekus: »Okay, die anderen finden den auch scheiße«

Foto: Oliver Berg/ dpa

Seit mehr als sechs Wochen tobt in der Ukraine ein hässlicher Krieg, überzieht Russland das Land mit Gewalt und Kriegsverbrechen. Niemandem ist da zum Lachen zumute – der Humor ist vielen gründlich abhanden gekommen. Geht es nach der Comedienne Carolin Kebekus, können Witze über den russischen Präsidenten Wladimir Putin allerdings durchaus befreiende Wirkung haben. »Komiker zu sein, ist ja in vielen Situationen recht unnütz, aber manchmal ist es auch ganz gut«, sagte Kebekus jetzt der Deutschen Presse-Agentur in Köln. Man könne über eine Situation lachen, die einem Angst macht, und dann feststellen: »Okay, die anderen finden den auch scheiße, wir sind alle auf einer Seite, das kann guttun.«

Gleichzeitig sei es ermutigend, sich klarzumachen, dass man in einem freien Land lebe, in dem Kritik an den Mächtigen möglich ist. »Ich kann Witze über Putin machen, und niemand bestraft mich dafür.«

»Eine gekränkte, unberechenbare Männlichkeit«

Der russische Präsident reagiere wie ein ausgerasteter Ex-Freund, sagte Kebekus. »Es ist so eine gekränkte, unberechenbare Männlichkeit dahinter.« Das habe durchaus Witzpotential.

Sie frage sich immer: »Was sind seine schwachen Momente?« Putin sei ja ohne Frage ein eitler Mensch. »Er hat ja auch Filler und Botox und hat sich, glaube ich, die Oberlider straffen lassen.« Das sei wahrscheinlich kein Spaß für die Ausführenden. »Wie schlimm ist das, wenn du derjenige bist, der ihm die Filler reindrückt? Einmal verspritzt und dann kommst du ins Straflager.« Sie stelle sich auch vor, wie der russische Präsident einfach dasitze und sich überlege: »Was will ich denn jetzt eigentlich? Ich möcht gern 'n bisschen mehr Glow.«

Auf den russischen Angriff auf die Ukraine habe sie mit Unglauben reagiert, so Kebekus. »Ich bin damit aufgewachsen, dass meine Großeltern den Krieg erlebt haben, dass es ganz furchtbar war.«

Sie sei in einer Welt geboren, in der ihr gesagt wurde: »Wir haben jetzt alle beschlossen, dass es keinen Krieg mehr gibt.« Wenn sie ihre Großmutter gefragt habe, ob der Krieg wiederkomme, habe diese stets geantwortet: »Nein, das geht gar nicht.«

Deshalb reagierte Kebekus laut eigener Aussage auch ein wenig wie ein Kind auf den russischen Angriff auf die Ukraine. Ein Kind, das sich sagt: »Moment mal, wir haben gesagt, das machen wir nicht mehr!«

Mit Kritik an der Bundesregierung hält sich Kebekus eher zurück. Sie outete sich als Fan der deutschen Außenministerin Annalena Baerbock: »Ich finde es total gut, dass diese junge Frau jetzt Deutschland repräsentiert gegen diese ganzen Despoten.«

ala/dpa
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