Kommunikation Jim Carrey twittert sich um Kopf und Kragen

Die Betrogene ist selbst Schuld. So lautet kurz gefasst Jim Carreys Analyse der Ehekrise im Hause Tiger Woods. Dessen Ehefrau müsse von den Seitensprüngen ihres Mannes gewusst haben, twitterte der US-Komiker. Und löste heftige Reaktionen aus.

REUTERS

Los Angeles - Ein paar hingeschwatzte Sätze, große Wirkung: Der Schauspieler Jim Carrey wird allerorten kritisiert, nachdem er via Twitter die Ehekrise im Hause Woods kommentiert hatte.

Carrey ist selbst Experte in Sachen Beziehungsturbulenz: Zwei Ehen des Komikers scheiterten bereits, erst kürzlich trennte er sich nach fünf Jahren von seiner Lebensgefährtin Jenny McCarthy und gab dies ebenfalls per Mikro-Nachricht bekannt.

Am Freitag nun twitterte Carrey über den Golfer Tiger Woods und dessen Frau, Elin Nordegren. Die habe bestimmt von Woods' Seitensprüngen gewusst, spekulierte Carrey. "Keine Frau ist so blind, dass sie ein solches Ausmaß von Untreue nicht bemerkt", schrieb Carrey laut "Entertainment Weekly". "Elin muss - aus welchem Grund auch immer - eine willige Komplizin in dieser Sache gewesen sein."

Carreys Fazit: "Tiger Woods ist niemandem was schuldig, nur sich selbst."

Auf Unverständnis stieß zudem eine weitere als verächtlich empfundene Bemerkung Carreys über die zweifache Mutter Nordegren. Die Schwedin heiratete Woods, nachdem sie zuvor als Model und Babysitterin gearbeitet hatte. "Keine Frau bleibt heutzutage mehr mit den Kindern zu Hause", kommentierte Carrey.

"Das wird vor allem all jene Frauen überraschen", kommentierte säuerlich die "New York Times", "die außerhalb ihres Heims keinem Beruf nachgehen". 2009 waren das laut Statistik der US-Regierung immerhin knapp sechs Millionen Amerikanerinnen.

Carreys Anmerkungen lösten flächendeckend Befremden aus - sein Twitter-Erguss wurde in amerikanischen und britischen Medien als "bizarr" und "Tirade" gegeißelt.

Jetzt hat Carrey seine Bemerkungen relativiert, ebenfalls via Twitter. "Ich möchte klarstellen, dass ich keinesfalls Untreue sanktioniere", so der Schauspieler, "aber zu einem gewissen Grad teilen beide Ehepartner die Verantwortung dafür".

Mit einem letzten Satz versucht der Komiker dann, gut Wetter zu machen: "Für mich selbst war Untreue jedenfalls nie ein Thema. Wenn ich versuchte, ein solches Geheimnis für mich zu behalten, würde ich 'nen Tumor kriegen, und mir würden Teufelshörner wachsen." Im Übrigen würde er auf Anraten seiner Berater künftig nur noch twittern, dass er sich gerade ein Sandwich schmiere.

pad



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