Krebskranker Star Oliver Stone bangt um Michael Douglas

Michael Douglas gibt sich in der Öffentlichkeit optimistisch, was die Heilung seiner Krebserkrankung angeht. Regisseur Oliver Stone, in dessen neuem "Wall Street"-Film er eine Hauptrolle spielt, sorgt sich indes um den Hollywood-Star und beschreibt dessen Zustand als "besorgniserregend".

Oliver Stone und Michael Douglas: "Er leidet"
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Oliver Stone und Michael Douglas: "Er leidet"


Berlin - Oliver Stone bedauert, dass der krebskranke Michael Douglas ihn nicht bei der Präsentation des neuen "Wall Street"-Films durch Europa begleitet. Wie im ersten Teil vor 23 Jahren spielt erneut Douglas die Hauptrolle eines skrupellosen Finanzhais in New York. "Sein Zustand ist besorgniserregend", sagte Stone ohne Umschweife. Zwar sehe der 66-jährige Douglas gut aus, "aber er leidet". Es sei nicht leicht für den Schauspieler. Bei der Premiere in New York sei er dabei gewesen, danach aber leider nicht mehr, sagte Stone.

Bei Douglas war Anfang August ein bösartiger Tumor an der Zungenwurzel entdeckt worden. Er unterzog sich zuletzt einer Bestrahlungstherapie. Kürzlich hatte er angekündigt, nach der Krebsbehandlung eine Weltreise mit seiner Familie machen zu wollen. 1988 hatte Douglas für seine Darstellung des habgierigen Aktienhändlers Gordon Gekko in "Wall Street" einen Oscar erhalten.

Stone sagte, Gekko sei für ihn gar nicht nur der klassische "böse Kerl", sondern vielmehr ein ruheloser Gewinnertyp, der bekomme, was er wolle. "Michael Douglas hat das perfekte Gesicht für Gordon Gecko", sagte Stone. "Sein Lächeln ist charmant und gleichzeitig gefährlich." Privat sei Douglas aber ein ganz anderer Typ, fügte der dreifache Oscar-Preisträger hinzu. "Er ist ein sehr guter Familienmensch." Douglas ist mit der Schauspielerin Catherine Zeta-Jones verheiratet. Das Paar hat zwei Kinder.

Die Rolle des Gekko zeigte Douglas' "düstere Seite"

Stone betonte, Douglas sei erst 1987 mit "Wall Street" zum großen Star geworden. Bis dahin habe er fast nur im Fernsehen Rollen gehabt und sei in romantischen Komödien erfolgreich gewesen. Die Figur des Gekko habe die andere, düstere Seite hervorgebracht.

Er selbst habe zwar nie an der Wall Street gearbeitet, aber durch seinen Vater Einblicke gehabt, erzählte Stone. Dieser sei im Finanzbusiness tätig gewesen. "Mein Vater machte einen guten Job für seine Kunden." Den Kapitalismus hält Stone ungeachtet der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise für das beste System. "Ich denke, Kapitalismus ist gut", sagte Stone. Allerdings müsse der Kapitalismus reguliert werden, um Krisen vorzubeugen. Die Welt sei von den Banken betrogen worden. Gier sei nun legal geworden, kritisierte der 64-Jährige.

Stone betonte, er habe sich als Kulisse für den neuen Film erneut ganz bewusst für New York entschieden. Dies sei der Ort, der das ökonomische System am besten symbolisiere, erklärte er. Die Produktionskosten für den Film hätten 16 Millionen US-Dollar (rund 11,5 Millionen Euro) betragen.

jjc/dapd

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