Mode von Lady Di "Ihr Selbstvertrauen stieg ständig"

Im Jahr 1997 starb Lady Di. Nun zeigt eine Schau des britischen Königshauses ihre berühmtesten Outfits. Und erzählt eine Geschichte, die Frauen ermutigen soll.

DPA/ Ronald Reagan Library

Im Jahr 1981 heiratete Lady Diana Spencer Prinz Charles - und die Welt sah eine schüchterne Frau von 20 Jahren, die es auch optisch zurückhaltend mochte. Beim ersten offiziellen Fototermin trug die Partnerin des britischen Thronfolgers eine blassrosafarbene Chiffon-Bluse, in den Flitterwochen kurz darauf ein braunes Tweedkostüm.

Die beiden Kleidungsstücke sind Teil der Mode-Ausstellung "Diana - Her Fashion Story", die nun, 20 Jahre nach dem Tod der Fürstin, im Kensington-Palast beginnt, ihrem früheren Zuhause. Die Schau soll vor allem wohl eine Geschichte erzählen. Die Geschichte davon, wie Lady Di von der schüchternen Aristokratentochter zur prominenten Powerfrau avancierte.

Der jungen Lady Diana war die Designer-Modewelt demnach fremd, so berichten es die Ausstellungsmacher. Nur ein Kleid, eine Bluse und ein paar gute Schuhe habe sie besessen, sich den Rest von Freunden ausgeborgt. Erst langsam habe sie sich nach der Hochzeit in ihre neue Rolle eingefunden.

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Lady Di: Mode einer Fürstin

Auf den "Romantik-Look" der Achtzigerjahre, mit viel Rüschen und Spitze, folgten die Designer-Abendkleider, die sie als diplomatisches Werkzeug einzusetzen lernte. Als die Ehe mit Charles Anfang der Neunzigerjahre zu kriseln begann, wurde die Kleidung zum Vermittler von Unabhängigkeit und Macht, so heißt es.

"Ihr Selbstvertrauen wuchs ständig, sie entschied selbst über ihr Image und kommunizierte über ihre Kleider", so schreiben die Ausstellungsmacher. "Wir erzählen eine Geschichte, mit der sich viele Frauen weltweit identifizieren können."

Der Großteil der gezeigten Stücke wurde aus Museen und Privatkollektionen im In-und Ausland entliehen - nur etwa fünf sind im Besitz des Palastes. "Diana war sich des Wertes ihrer Kleider nicht sonderlich bewusst, und sie gab vieles für wohltätige Zwecke weg", sagt Kuratorin Eleri Lynn. "Wir kaufen auf Auktionen, was wir nur können."

Dazu gehört auch ein karierter grün-blauer Wollmantel des Designers David Emanuel, den Diana 1985 in Venedig trug. Das Stück wurde in Modezeitschriften damals abschätzig "Pferdedecke" genannt.

"Travolta-Kleid"

Glanzstück ist das tintenblaue Samtkleid von Victor Edelstein, in dem Diana 1985 bei einem Staatsbankett im Weißen Haus mit John Travolta auf dem Tanzparkett herumwirbelte. Das "Travolta-Kleid" trug sie zwei Jahre später bei einem offiziellen Besuch in Bonn.

An einem dunkelgrünen Samtkleid von Designer Victor Edelstein von 1985 wollen die Kuratoren Knittermarkierungen der damals kleinen Söhne William und Harry entdeckt haben. In Zusammenhang mit einem Chiffon-Kleid für das Filmfestival von Cannes 1987 wird die Anekdote vermittelt, dass die Prinzessin oft mit Brille und Kopftuch verkleidet ins Kino ging.

Die Neunzigerjahre - die Trennung von Charles und Diana wurde 1992 bekannt gegeben - markieren den Übergang zur "Arbeitsgarderobe". Catherine Walker, Dianas Lieblings-Designerin, schuf scharf geschnittene Tageskostüme, in denen Diana ihren Wohltätigkeitsaktivitäten nachging: vom Essen im Savoy-Hotel bis zum Besuch bei Aids-Kranken.

Die Schattenseiten - die Scheidung von Prinz Charles, heimliche Liebhaber, - kommen nicht zur Sprache. Lady Di starb am 31. August 1997 bei einem Autounfall in Paris. Die neue Mode-Ausstellung läuft zwei Jahre.

sms/dpa



insgesamt 5 Beiträge
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Seite 1
01099 23.02.2017
1.
"Ihr Selbstvertrauen wuchs ständig, sie entschied selbst über ihr Image und kommunizierte über ihre Kleider" - Wow! Das ist meine Definition von Selbstvertrauen. Ein echtes Vorbild für alle Frauen dieser Welt.
catcargerry 23.02.2017
2.
Das Einzige, das mich an der Story interessiert, wird verschwiegen: Wer macht so eine Ausstellung? Wer ist Initiator, wer organisiert sie und wer bekommt den Kensington-Palast dafür?
skeptikerin007 23.02.2017
3. Große Kunst!
Jede junge Frau, die so einen Körper und das notwendige Kleingeld hat, kann diese Entwicklung mitmachen. Wenn schon, dann ihre Nachfolgerin in Sache Mode. Elegant, ladylike und manchmal sogar für Lischen Müller erreichbar.
io_gbg 23.02.2017
4.
Zitat von catcargerryDas Einzige, das mich an der Story interessiert, wird verschwiegen: Wer macht so eine Ausstellung? Wer ist Initiator, wer organisiert sie und wer bekommt den Kensington-Palast dafür?
Eigenartig, bei mir funktioniert Google heute. Hier dasjenige, was mit den Angaben aus dem Spiegel-Artikel innerhalb von Sekunden herauszufinden war: http://www.hrp.org.uk/kensington-palace/visit-us/top-things-to-see-and-do/diana-her-fashion-story Übrigens: Wenn über das einzige Detail, das Sie gerade so brennend interessiert, nicht berichtet wird, wird es noch lange nicht "verschwiegen".
noalk 23.02.2017
5. Nur, um Zweifel zu zerstreuen ...
Sollten Sie Ihren Kommentar sarkastisch/ironisch meinen, stimme ich Ihnen völlig zu. Und setze noch einen drauf: Vielleicht hat gerade diese Kleidung ihr Schicksal besiegelt.
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