Empörende Twitter-Nachricht Lady Gaga, die Fake-Rolex und die "Thai-Monster"

Lady Gagas Tournee durch Asien kann getrost als Aneinanderreihung von Eklats bezeichnet werden. Nach Vorwürfen der Gotteslästerung und Teufelsanbetung verärgerte die Sängerin nun die Menschen in Thailand - mit Bemerkungen über "Thai-Monster" und "gefälschte Rolex".

AP

Bangkok - Lady Gagas Asienreise steht unter keinem guten Stern. Die Popdiva sorgte mit ihrem provokanten Auftreten in Südkorea und auf den Philippinen für Aufregung, in Indonesien wurde ihr unter dem Druck islamischer Hardliner für die "Born This Way"-Tournee eine Konzerterlaubnis verweigert. Ihr wird Gotteslästerung und Teufelsanbetung vorgeworfen. Jetzt sorgte die Popdiva für einen Eklat in Thailand - mit ganz weltlichen Themen.

Kurz nach der Ankunft ihres Privatjets in der Hauptstadt Bangkok schrieb Lady Gaga im Kurznachrichtendienst Twitter, aus welchen Gründen sie ihrem Aufenthalt in dem südostasiatischen Land entgegenfiebert: "Ich bin gerade in Bangkok gelandet! Bereit für 50.000 schreiende Thai-Monster. Ich werde mich auf einem 'lady market' verlieren und mir eine gefälschte Rolex kaufen."

Was genau man sich unter einem "lady market" vorzustellen hat, ist Asienkennern nicht ganz klar. Einige thailändische Fans vermuteten, dass der vielgereiste Weltstar den berühmten "Ladies Market" in Hongkong meinte. Dort war sie während ihrer Tour bereits und hatte ebenfalls mit kopierten Luxusgütern geliebäugelt. "Ich liebe diese Stadt", hatte sie am 30. April getwittert, nachdem sie an einem Spinning-Kurs teilgenommen hatte. "Hier kann man in derselben Straße zum Fitnesstraining gehen und eine gefälschte Birkin (Red.: Handtasche) kaufen."

Die Kommentare über Thailand seien "widerwärtig, beleidigend und schlecht für das Image" ihres Landes, reagierten empörte thailändische Fans auf die Äußerung der Sängerin. "Wir sind zivilisierter als du denkst", twitterte der thailändische DJ Surahit Siamwalla, der ein Ticket für das Konzert am Freitag in Bangkok hat, aber nun überlegt, die Show zu boykottieren. "Sie ist in unsere Heimat gekommen, aber statt uns zu bewundern, beleidigt sie uns", sagte ein Nutzer auf der populären Website board pantip.com.

Doch nicht alle Thailänder sind sauer auf den Star. Am Flughafen wurde die Sängerin von einer schreienden Horde begrüßt. Auch vor dem Fünf-Sterne-Hotel der Sängerin lagerten schon Fans. Eine Frau kam in den besonderen Genuss einer gagaesken Umarmung - und brach in Tränen aus.

Trotz Kritik von ultrakonservativen Zensoren und religiösen Gruppen in Asien will die exzentrische US-Popdiva Lady Gaga nichts an ihrer Bühnenshow ändern. "Wir ziehen die Show so durch, wie sie ist", sagte Lady Gagas Manager Troy Carter am Donnerstag in Singapur. "Es ist eine sehr spezielle Show und ein sehr spezielles Publikum."

An diesem Freitag ist ein Konzert in Bangkok geplant, bevor Lady Gaga drei Auftritte in Singapur hat. Auf ihrer Welttournee will die für freizügige Kostüme und provokante Texte bekannte Sängerin in diesem Jahr insgesamt 110 Konzerte geben. Ihr Album "Born This Way" verkaufte sich bislang fast sechs Millionen Mal.

siu/dapd/AP/AFP

Mehr zum Thema


insgesamt 13 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
DrStrang3love 24.05.2012
1.
Sogar ich als Anti-Fan weiß, dass das Fräulein Gaga ihre Fan regelmäßig als "Monster" bezeichnet, was (vermutlich?) nicht abwertend gemeint ist...
h_harz 24.05.2012
2. Wen wunderts...
Das einzige, was bei diesem "Star" stimmt, ist die Bezeichnung "GAGA". Ein unterdurchschnittlich intelligentes, gesangstechnisch unbegabtes, von Plattenfirmen gepuschtes Produkt, dass genauso überflüssig und wertlos ist wie eine Paris Hilton. Bedauerlicherweise hat der sogenannte "Mainstream" ein sehr kurzes Gedächtnis und so gar keine Kritikfähigkeit wie es scheint. Es wird alles bedenkenlos konsumiert. Wer Frau Gagas sogenannte Bühnenshow zumindest ausschnittsweise gesehen hat, dem sollte auffallen, dass sie irgendwo zwischen geschmacklos und einfach ekelhaft angesiedelt ist und in großen Teilen von Madonna von vor 20 Jahren geklaut zu sein scheint, die das aber zumindest mit Charakter versehen konnte.
franko_potente 24.05.2012
3.
Zitat von h_harzDas einzige, was bei diesem "Star" stimmt, ist die Bezeichnung "GAGA". Ein unterdurchschnittlich intelligentes, gesangstechnisch unbegabtes, von Plattenfirmen gepuschtes Produkt, dass genauso überflüssig und wertlos ist wie eine Paris Hilton. Bedauerlicherweise hat der sogenannte "Mainstream" ein sehr kurzes Gedächtnis und so gar keine Kritikfähigkeit wie es scheint. Es wird alles bedenkenlos konsumiert. Wer Frau Gagas sogenannte Bühnenshow zumindest ausschnittsweise gesehen hat, dem sollte auffallen, dass sie irgendwo zwischen geschmacklos und einfach ekelhaft angesiedelt ist und in großen Teilen von Madonna von vor 20 Jahren geklaut zu sein scheint, die das aber zumindest mit Charakter versehen konnte.
LOL, na Sie haben ja richtig "Dunst". Gaga ist die neue Madonna und will auch so verstanden werden und nur zur info, sie ist eine der ganz wenigen, die singen kann.
spon-facebook-805324682 24.05.2012
4. Warum einige Thais pikiert sind...
Bangkok hat einen riesigen "lady market". Nur kann man dort keine Rolexkopien kaufen, sondern in der Tat...Ladies. "Lady market" nennt man umgangssprachlich auf Thai den Straßenstrich. Auch das Wort "Monster" wird durchaus als Beleidigung empfunden, je nachdem, wie man es rüberbringt.
JaWeb 24.05.2012
5. Als "kleine Monster" ...
... bezeichnen sich die Fans der Lady doch selbst, wenn ich dem Asien-Korrespondenten des Kölner Stadtanzeiger Glauben schenken darf (in der Printausgabe von heute). Scheint sich bei einigen Thailändern noch nicht rumgesprochen zu haben. Zudem machen die Feinde der Gagaesken ihr viel Ehr, handelt es sich doch um religiöse Fundamentalisten (Christen, Muslime), die das Rad der Zeit gern sehr weit zurückdrehen wollen. Ihre Musik ist nicht so ganz mein Ding, ihre "Mission" (z.B. ihr konsequentes Engagement gegen gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit und für Menschenrechte) bringt ihr aber Sympathiepunkte meinerseits.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2012
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.