Lagerfeld verteidigt Pelzindustrie "Bestien töten, die uns töten wollen"

Besser sie als wir: Karl Lagerfeld hält den Protest gegen Pelzbekleidung für kindisch - schließlich wollten die wilden Tiere den Menschen auch ans Leder. Der Chanel-Designer gab ferner zu Protokoll, Magersucht sei ein überschätztes Phänomen. Er sorge sich eher um "Zillionen" fetter Menscher.


London - Wer Fleisch esse, dürfe sich nicht über Pelze aufregen, sagte Lagerfeld dem "Daily Telegraph" zufolge dem britischen Sender "Radio 4 Today". Zudem lebe eine ganze Branche von der Praxis, Tiere ihres Fells wegen zu töten. Der deutsche Designer verwies auf Jäger im Norden, "die davon leben und sonst nichts gelernt haben außer der Jagd … und jene Bestien töten, die uns töten würden, wenn sie es könnten". Obwohl sich Lagerfeld für einen präventiven Feldzug gegen aggressive Wildtiere ausspricht, isst er selbst nach eigenen Angaben praktisch kein Fleisch. "Ich kann es kaum essen, weil es nicht mehr wie das aussieht, was es war, als es lebte".

In Sachen Ernährung äußerte sich Lagerfeld auch zu besonders mageren Models. Experten sind der Ansicht, dass die von der Modeindustrie präferierten kleinen Kleidergrößen wie 32 verantwortlich dafür sind, dass viele junge Frauen unter Essstörungen leiden.

Lagerfeld sagte, dass Problem werde überschätzt. "In Frankreich ist meines Wissens nicht einmal ein Prozent der Bevölkerung zu dünn." Hingegen gebe es "Zillionen" Fettleibiger, die ein wesentlich größeres Problem darstellten.

Der Designer erklärte ferner, die Wirtschaftskrise mache ihm keinen Kummer. Das ganze System sei "ohnehin verrottet" gewesen. Die Rezession sei eine Art Großreinemachen.

hil



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