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Hollywood-Star, Präsident, Milliardär: Kampf gegen Artensterben

Foto: DPA/Presidencia Mexico

Leonardo DiCaprio Ein Herz für Schweinswale

Oscar-Gewinner Leonardo DiCaprio tut sich mit Mexikos Präsident und einem Milliardär zusammen. Gemeinsam wollen sie verhindern, dass der Kalifornische Schweinswal ausstirbt - ein ehrgeiziges Ziel.

Leonardo DiCaprio hat sich eine Aufgabe gestellt: Er will den Kalifornischen Schweinswal, auch Vaquita genannt, vor dem Aussterben retten. Nur noch etwa 30 Tiere leben in freier Wildbahn. Nun hat der Schauspieler und Oscar-Gewinner ("The Revenant") mit dem mexikanischen Präsidenten Enrique Peña Nieto und dem Milliardär Carlos Slim eine Absichtserklärung unterzeichnet, um den Fischfang mit Treibnetzen im Golf von Kalifornien zu unterbinden.

"Das ist ein entscheidender Schritt, um dafür zu sorgen, dass der Golf von Kalifornien ein lebendiger und fruchtbarer Ort bleibt, vor allem für gefährdete Arten wie die Vaquita", sagte DiCaprio. "Mehr als jemals zuvor braucht die Welt jetzt entschlossene Führung auf allen Ebenen, um den Klimawandel zu bekämpfen und Umweltschutzthemen voranzutreiben."

Das darf man durchaus als Seitenhieb auf US-Präsident Donald Trump verstehen, der jüngst den Ausstieg der USA aus dem Weltklimavertrag bekanntgab. Die Zusammenarbeit mit dem Hollywoodstar dürfte es Nieto zudem erleichtern, sich als Gegenentwurf zu seinem Amtskollegen in den USA zu präsentieren.

Das nun von DiCaprio unterzeichnete Abkommen sieht unter anderem ein dauerhaftes Verbot des Einsatzes von Treibnetzen, Aktionen gegen illegale Fischerei und ein Verbot nächtlicher Fischerei in den Schutzgebieten der Schweinswale vor. Auch die Naturschutzorganisationen WWF und Sea Shepherd wollen bei der Rettung mithelfen.

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Der Kalifornische Schweinswal zählt zu den kleinsten Walen der Welt. Die Tiere werden nur rund anderthalb Meter lang und wiegen etwa 40 Kilogramm. Sie leben im Golf von Kalifornien im Nordwesten Mexikos.

Immer wieder verfangen sich die Tiere in Treibnetzen und verenden. Zwar wurde der kommerzielle Fischfang mit Treibnetzen in der Region verboten. Trotzdem ging die Population um 90 Prozent auf zuletzt nur noch rund 30 Exemplare zurück. Der WWF warnt zudem vor der Gefahr sogenannter Geisternetze. In diesen verloren gegangenen oder von Fischern zurückgelassenen Stellnetzen verfangen sich die Kleinwale und ertrinken.

Vor einigen Wochen hatte DiCaprio seine Fans bei Facebook aufgefordert, an den Präsidenten zu schreiben und mehr Engagement beim Schutz der Vaquita zu verlangen. Peña Nieto antwortete ihm daraufhin auf Twitter, bedankte sich für dessen Sorge um den Schweinswal und beteuerte, alles zu tun, um ein Aussterben zu verhindern.

Das Umweltministerium kündigte zuletzt einen Notfallplan zur Rettung der Vaquita an. Im Herbst sollen einige Tiere eingefangen und vorübergehend in eine Schutzzone umgesiedelt werden. Dort sollen sich die Wale in Ruhe vermehren. Die Idee stammt vom Internationalen Komitee zur Rettung der Vaquita (Cirva). Die mexikanische Regierung unterstützt das Projekt mit drei Millionen Dollar.

ulz/dpa