Wegen Unglück im Londoner Grenfell Tower Sponsor von Lewis Hamilton sorgt für Empörung

Vier Jahre nach dem tödlichen Feuer im Grenfell Tower sponsert die Firma Kingspan den Rennwagen von Lewis Hamilton. Überlebende machen das Unternehmen für das Unglück mitverantwortlich – und sind wütend.
Lewis Hamilton (Archiv)

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Mark Thompson / Getty Images

Im Juni 2017 starben im Londoner Grenfell Tower 72 Menschen bei einem Brand. Das Feuer wurde durch einen defekten Kühlschrank ausgelöst und breitete sich rasend schnell in dem Hochhaus aus – offenbar, weil billige Verkleidungsmaterialien beim Bau verwendet worden waren.

Nun sponsert das Unternehmen Kingspan  das Formel-1-Auto von Rennfahrer Lewis Hamilton. Der Formel-1-Champion soll mit der Werbung der Firma am Wochenende beim Grand Prix in Saudi-Arabien starten.

Überlebende des Brandes und Angehörige der Todesopfer bezeichneten den Deal als »wirklich schockierend« und forderten Mercedes auf, den Deal aufzukündigen, wie der »Guardian« berichtet.  Sie werfen der Firma vor, den Grenfell Tower ebenfalls mit leicht brennbaren Isolierungen ausgestattet zu haben.

Auch der Wohnungsbauminister Michael Gove zeigte sich empört über das Sponsoring. Er sei zutiefst enttäuscht, dass Mercedes das Sponsoring von der Verkleidungsfirma Kingspan akzeptiert habe, während die Grenfell-Untersuchung noch laufe. Gove äußerte sich auf Twitter, die Grenfell-Gemeinschaft habe Besseres verdient.

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Grenfell United, eine Vereinigung Überlebender, wandte sich mit einem Brief an den Motorsportchef von Mercedes Toto Wolff: Kingspan habe eine zentrale Rolle bei dem Unglück gespielt. Das Unternehmen müsse öffentlich getadelt werden. Die Gruppe forderte Wolff auf, die Beziehung zu Kingspan sofort abzubrechen.

Mercedes betonte, dass die Fahrer nicht an Sponsoring-Entscheidungen beteiligt seien. In einer Erklärung heißt es: »Unser Partner Kingspan hat die Untersuchung unterstützt und hilft weiterhin dabei, herauszufinden, was bei der Tragödie des Grenfell Tower schiefgelaufen ist und warum.«

Dem »Guardian« gegenüber sagte das Unternehmen: Kingspan habe keine Rolle bei der Gestaltung des Verkleidungssystems des Grenfell Tower gespielt. Materialien von Kingspan hätten nur fünf Prozent der Isolierung ausgemacht.

kha
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