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05. Februar 2019, 18:36 Uhr

Liam Neeson nach Rachegelüste-Geständnis

"Ich bin kein Rassist"

In einem Interview sprach Liam Neeson über Jahrzehnte zurückliegende Rachegelüste und den Wunsch, einen Schwarzen zu töten. Nun hat sich der Schauspieler gegen Kritik an seinen Äußerungen verteidigt.

Liam Neeson hat Vorwürfe zurückgewiesen, er habe rassistisches Verhalten gezeigt, als er vor fast 40 Jahren Rache für eine Freundin nehmen wollte. "Ich bin kein Rassist", sagte der britisch-amerikanische Schauspieler im US-Frühstücksfernsehen "Good Morning America" des Senders ABC.

In einem Interview der britischen Zeitung "The Independent" hatte der 66-Jährige beschrieben, wie er reagierte, als eine ihm nahestehende Frau erzählt habe, sie sei von einem Schwarzen vergewaltigt worden: "Ich lief die Straßen mit einem Totschläger rauf und runter, darauf hoffend, dass ich jemanden treffe - ich schäme mich, das zu sagen - und ich habe das vielleicht eine Woche gemacht, darauf hoffend, dass ein 'schwarzer Bastard' aus einer Kneipe kommt und mich provoziert, so dass ich ihn (...) töten könnte." Die Worte "schwarzer Bastard" begleitete Neeson nach Angaben der Interviewerin mit einer Geste für Anführungszeichen.

Er habe sich damals Hilfe gesucht, habe mit einem katholischen Priester gesprochen, so Neeson nun im ABC-Interview. Über sein Verhalten sagte er: "Es schockierte mich und es verletzte mich." Gefragt, was er hoffe, was die Menschen lernen würden, sagte der Schauspieler: "Zu reden, sich zu öffnen, sich über diese Dinge zu unterhalten. Wir alle geben vor, dass wir politisch korrekt seien (...), aber manchmal kratzt man an der Oberfläche und entdeckt diesen Rassismus und diese Engstirnigkeit."

"Es war schrecklich"

Manche Nutzer sozialer Netzwerke hatten Neeson Rassismus vorgeworfen, andere verwiesen darauf, dass er sich für sein früheres Verhalten bereits in dem ursprünglichen Interview entschuldigt habe. Neeson hatte gesagt: "Es war schrecklich, schrecklich, wenn ich zurückdenke, dass ich das getan habe." Er habe seine Lektion gelernt. Mit Blick auf die politische Situation in seiner Heimat Nordirland meinte er, er könne Rachedurst verstehen, "aber es führt nur zu weiterer Rache, zu mehr Töten und mehr Töten".

Hintergrund des "The Independent"-Interviews war der neue Neeson-Film "Cold Pursuit" (deutscher Titel: "Hard Powder"), in dem ein Vater einen Rachefeldzug nach der Ermordung seines Sohnes startet. Der norwegische Regisseur Hans Petter Moland hat dieses US-Remake seines eigenen Actiondramas "Einer nach dem Anderen" gedreht, das 2014 im Wettbewerb der Berlinale lief.

Neeson war einst für seine Rolle in "Schindlers Liste" für einen Oscar nominiert, später war er unter anderem in "Star Wars" und zahlreichen Actionfilmen zu sehen.

wit/dpa

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