Liz Hurley Eine Hochzeit, ein Streitfall

Mit ihrer prunkvollen Eheschließung haben sich die britische Schauspielerin Liz Hurley und ihr indischer Gatte Arun Nayar juristischen Ärger eingehandelt. Ein indisches Gericht wird sich in dieser Woche damit befassen, ob das Promi-Paar wegen Verletzung hinduistischer Traditionen belangt werden soll.


Jodhpur - Ein verärgerter Einwohner des westindischen Jodhpur, wo die Hochzeit im vergangenen Monat stattgefunden hatte, brachte die Sache ins Rollen. Er sah in der Zeremonie eine Beleidigung der Hindu-Traditionen. Hurleys Schwiegervater Vinod Nayar bot wenig später eine Aussage gegen das Paar an.

Der gläubige Hindu Vishnu Khandelwal entschloss sich nach der Veröffentlichung der Hochzeitfeier-Fotos, die 41-jährige Hurley und ihren ein Jahr älteren Mann vor Gericht zu bringen. Das Paar habe "die Hindu-Tradition beleidigt und ich möchte, dass sie streng bestraft werden", sagte er. Er sei erschüttert gewesen, dass das Brautpaar vor den religiösen Riten Alkohol getrunken habe und sich in der Nähe des heiligen Feuers geküsst habe. "Sie saßen auf einem Sofa, dabei hätten sie auf dem Boden sitzen müssen." Zu allem Überfluss habe die britische Braut auch noch Lederschuhe getragen - und das in einem Land, in dem Kühe als heilig gelten.

Khandelwal kritisierte, im Gegensatz zu ihrer vorangegangenen Hochzeit nach christlicher Tradition hätten Hurley und Nayar aus dem hinduistischen Ereignis eine Show gemacht, um daraus Profit zu schlagen. Die Foto-Rechte an der Hochzeit in Indien waren Medien-Berichten zufolge für umgerechnet 2,9 Millionen Euro an das britische Magazin "Hello!" verkauft worden.

In Indien wird Beleidigung mit Gefängnis bestraft

Ein Gericht in Jodhpur befragte bereits zwei Zeugen, darunter Khandelwal, zu der Feier und wollte noch mindestens drei weitere, darunter einen Hindu-Priester, anhören, wie der Anwalt Hastimal Saraswat mitteilte. Bestätigen sich die Vorwürfe, drohen dem Promi-Paar Haftstrafen. Indiens Strafgesetz sieht bis zu drei Jahre Gefängnis für die "vorsätzliche und bösartige" Beleidigung religiöser Gruppen vor.

Laut Saraswat bot auch Nayars Vater Vinod eine Aussage gegen das Paar an. "Er ist sehr wütend auf Liz. Er hat uns gesagt, dass er uns vor Gericht helfen werde, wenn wir ihn bräuchten", sagte der Anwalt. Der Schwiegervater von Liz Hurley hatte sich schon im Vorfeld über die Prunk-Hochzeit beklagt. Er und seine Frau Joanne hätten sich "öffentlich erniedrigt" und bei den tagelangen Feiern im vergangenen Monat als "soziale Außenseiter" gefühlt, sagte er am Wochenende britischen Medien. Das Paar habe mit den protzigen Feierlichkeiten indische Verwandte gering geschätzt, beklagte der Textilunternehmer.

Hurley und Nayar hatten in Indien mit rund 250 Gästen ein mehrtägiges rauschendes Hochzeitsfest gefeiert. Mit von der Partie war auch Hurleys vier Jahre alter Sohn Damian, den sie gemeinsam mit dem Filmproduzenten Steve Bing hat. Zuvor hatte das Paar bereits nach christlichem Ritus in einem Schloss im westenglischen Gloucestershire geheiratet.

jdl/AFP



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