Paperboy Prince »Love Team« statt Polizei

Anthony Behar/ddp / ddp/Anthony Behar/Sipa USA
Die Kandidatur von Paperboy Prince, 28, für das Amt des Bürgermeisters von New York City geht in die heiße Phase. Am 22. Juni sind Vorwahlen. Die Stimme von Louis Soto etwa, einem Zimmermann im Ruhestand, ist ihm sicher: »Er ist hier, er kümmert sich um die Gemeinschaft«, sagte Soto dem »Rolling Stone«. Andere Kandidaten seien längst nicht so engagiert. Dass Prince sich als nicht binär sieht und das männliche Pronomen »he« für sich nicht benutzt, weiß der Rentner vielleicht nicht. Seit vergangenem Jahr organisiert Prince, mit bürgerlichem Namen David Porter Jr., die Verteilung von gespendeten Lebensmitteln für Bedürftige im Stadtteil Brooklyn.
Für Politik interessiert sich Prince schon seit der Teeniezeit, engagiert sich für höhere Wahlbeteiligung und stellt die Bekämpfung von Armut in den Mittelpunkt der Bürgermeisterkampagne. Der »Utopia Plan« beinhaltet unter anderem ein garantiertes Mindesteinkommen in Höhe von 2000 Dollar im Monat und den Umbau der New Yorker Polizei in ein »Love Team«; auch Gesundheitsversorgung, Bildung und bezahlbares Wohnen stehen auf der Agenda. Laut Umfragen sind die Erfolgschancen sehr schlecht. Paperboy Prince bleibt cool: »Ich habe lieber überzeugte Wähler als 100.000-mal: ›Ach, okay, der ist besser als der andere Typ.‹« Wenn der Job erledigt sei, gehe es wieder zu Rap, Tanz und Kunst: »Das ist es, was ich machen will.«

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